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Wie wächst der Kanton Zug?

Die Wirtschaft in der Schweiz wächst seit Jahren stark. Dabei steht Zug exemplarisch für die damit verbundenen Veränderungen. Vom Landwirtschaftskanton mutierte der Kanton erst zu einem Industriekanton und in den letzten Jahrzehnten zu einem Standort für überdurchschnittlich viele internationale Konzerne, Juristen, Treuhänder, Finanzunternehmen und Handelsdienstleistungen. Echte Produktionsbetriebe kommen immer stärker in Bedrängnis; sie sind oft gezwungen, ihre Arbeitsplätze in andere Kantone oder sogar ins Ausland zu verlagern.

Mit dem Wirtschaftswachstum geht ein anderes Wachstum Hand in Hand. Einerseits brauchen die in Zug ansässigen Unternehmen gut qualifiziertes Personal. Dieses kommt teilweise aus dem Ausland nach Zug oder pendelt tagtäglich zu uns. Heute pendeln mehr Menschen von Zürich nach Zug als umgekehrt. Dass dies zu Engpässen in der Mobilität führen wird, war klar – man denke etwa ans Bahn-Nadelöhr zwischen Baar und Horgen mit den beiden Einspurtunnels. Anderseits zogen wegen diverser Steuersenkungen viele vermögende Personen in unseren Kanton. Der Immobilienmarkt wurde zur Goldgrube für all jene wenige, die im Besitz von Bauland waren. Die Bodenpreise und folglich auch die Mietpreise schossen durch die Decke und immer mehr normalverdienende Zugerinnen und Zuger können sich das Leben im Kanton Zug kaum mehr leisten. Zug – ein Paradies für Reiche und Alte, ein Zitat aus dem  Wirtschaftsmagazin Bilanz, wird immer mehr zur Realität.

Die Frage des Wachstums wird uns in Zukunft noch stärker beschäftigen. 2018 soll der neue Richtplan verabschiedet werden, der das Bevölkerungswachstum in Zahlen festhält. Dabei stellen sich auch zentrale Fragen zu Wohnraum, Mobilität, Schulraum, etc. Überdimensionierte Projekte wie im Unterfeld zwischen Baar und Zug oder der Stadttunnel haben keine Zukunft.

Ein lebenswertes Zug für alle
Die Alternativen – die Grünen setzen sich seit jeher für ein Wachstum ein, das allen Menschen zu Gute kommt. Ein lebenswerter Kanton hat sowohl Platz für Personen mit kleinen, wie auch mit grossen Vermögen. Dabei gehen die bürgerlichen Sparpakete und Steuersenkungen in die komplett falsche Richtung. Die Schweiz zeichnet sich seit ihrer Gründung 1848 durch starke lokale Gemeinschaften aus. Diese Gemeinschaften drohen durch die Gier der finanziellen Elite auseinanderzubrechen. Die negativen Folgen dieser Entwicklung sehen wir zurzeit in vielen anderen Ländern, wo populistische und oft fremdenfeindliche Gruppierungen die Schuld für eine verfehlte Wirtschaftspolitik bei Minderheiten suchen.

Wir werden uns auch im kommenden Jahr dafür einsetzen, dass jegliches Wachstum im Einklang mit der Gemeinschaft und der Natur steht. Wir werden wenn nötig auch die Handbremse ziehen. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass der wirtschaftliche Erfolg bei uns oftmals auf Kosten anderer Menschen im Süden geht. Mit der Lancierung der kantonalen Velonetz-Initiative wollen wir zudem den Weg für eine zukunftsorientierte Mobilität ebnen. Besonders freue ich mich auf die Wahlen im kommenden Herbst: Wir Alternative – die Grünen können in allen Gemeinden engagierte Personen ins Rennen schicken. Packen wir es an und schaffen gemeinsam an einem ökologischen und solidarischen Zug für Alle.

Andreas Lustenberger
Präsident Alternative – die Grünen Kanton Zug

Erschienen im Jahresausblick der ZugerWoche

2018-01-11T15:23:03+00:00 11.01.2018|Raumplanung, Mobilität|