Die Alternative – die Grünen Zug empfehlen für die Abstimmungen von Anfang Juni ein dreimaliges Nein. Zugerinnen und Zuger stimmen nun bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre über eine Majorzinitiative ab, die Zuger Grünen sagen Nein zu dieser Zwängerei von CVP und FDP. Ebenfalls Nein sagen wir zur Volkswahl des Bundesrates und zur unverhältnismässigen Verschärfung im Asylgesetz.
 
Die traditionelle Zuger Proporzwahl sorgt dafür, dass die politischen Anliegen möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger im Regierungsrat, im Stadtrat oder im Gemeinderat vertreten sind. Unsere Gesellschaft ist vielfältig – dies soll sich in unseren Regierungen spiegeln. Wenn alle politischen Kräfte in die Regierungsverantwortung eingebunden sind, führt dies eher zu gemeinsam getragenen Lösungen.
 
Fähige Persönlichkeiten mit Proporz 
70 Prozent aller grösseren Schweizer Gemeinden kennen die Proporzwahl – in diesen gibt es mehr Kandidierende und eine höhere Stimmbeteiligung. Die Bürgerinnen und Bürger haben so mehr Auswahl. Auch Zugerinnen und Zuger wählten so in den letzten Jahren fähige und teamorientierte Persönlichkeiten in die Exekutiven. Auch solche mit Ecken und Kanten – dank Proporz. Mit Majorz wollen es alle PolitikerInnen allen Wählenden recht machen und wir erhalten profillose DurchschnittspolitikerInnen.
 
Stabilität statt mehr und teurere Wahlen
Im Majorz gibt es viele zweite Wahlgänge und Nachwahlen. Dies führt zu taktischen Wahlspielchen in den Parteien und kostet unnötig Steuergelder. Im Proporz gibt es sofort eindeutige und für vier Jahre gültige Resultate. Das führt zu politischer Stabilität. Bei Majorz wird so sehr auf die Person gesetzt, so dass Politiker mit fettem Wahlkampf-Budget und grosser Medienkampagne das Rennen machen. Politische Inhalte und bodenständige Polit-Arbeit treten in den Hintergrund.
 
Unfaires Asylgesetz 
Wie die Delegiertenversammlung der Grünen Schweiz empfehlen auch die Zuger Grünen die Nein-Parole zur Asylgesetzrevision. Insbesondere kritisieren wir, dass auf Schweizer Botschaften im Ausland keine Asylgesuche mehr eingereicht werden dürfen und dass Desertion ein Asyl-Ausschlussgrund wird.
 
Bundesrat nicht ‚veramerikanisieren‘ 
Obwohl sich die Grünen für die Stärkung der direkten Demokratie einsetzen, ist diese Initiative für sie der falsche Ansatz. Solange die Kampagnen- und Parteien-Finanzierung nicht geregelt und transparent ist, dominiert bei der Volkswahl des Bundesrates diejenige Partei, die über die meisten (finanziellen) Ressourcen verfügt. Das ist kein Vorteil für unser politisches System und führt letztendlich nur zu einer ‚Veramerikanisierung‘ des Wahlkampfes.