Alle zwei Jahre wieder können Frau Zugerin und Herr Zuger zu Steuersenkungen Ja oder Nein sagen. In der Tat, seit 2001 ist es nun die fünfte Abstimmung zum Steuergesetz. Seit 2007 wurden die Steuern jährlich um 140 Millionen Franken gesenkt. Jetzt gibt es erneut Steuergeschenke von 54 Millionen Franken.
 
Von den bisherigen Steuersenkungen haben vor allem Reiche und Superreiche sowie Holdingfirmen profitiert. Und auch mit der neuen Revision ändert sich daran wenig. Die Steuern der natürlichen Personen sinken um 1,8 Prozent, jene der juristischen Personen um 8,6 Prozent bis zum Jahr 2015. Für Familien, für schwächer gestellte Menschen,  sowie für Mieterinnen und Mieter bleiben nur die Brosamen.
 
Was die Steuersenkungen gebracht haben, wissen eigentlich alle: Zug hat die höchsten Wohn- und Lebenshaltungskosten in der Schweiz. Das bedeutet – trotz oder gerade wegen der Tiefssteuerpolitik für die Reichen hat der Durschnittszuger immer weniger im Portemonnaie.
 
Auf Kanton und Gemeinden kommen finanziell schwierigere Zeiten zu. Das gibt selbst der Regierungsrat in seinem Abstimmungsbüchlein zu. Die Folgen der Mindereinnahmen, die Sparbeschlüsse werden dann die mittleren und unteren Einkommen treffen. Oder es werden nötige Investitionen nicht getätigt. Mit den Steuersenkungen der letzten Jahre wäre beispielsweise der Doppelspurausbau von Baar nach Horgen locker finanziert worden. Darum empfehle ich aus Überzeugung am 27. November ein NEIN zur Steuergesetzrevision.
 
 
Anna Lustenberger-Seitz, Kantonsrätin Alternative – die Grünen Baar
 
Zuerst erschienen als Parteienforum im Zugerbieter