Die Alternative Kanton Zug bedauert die Annahme des 230 Millionenkredites für die so genannte Umfahrung Cham-Hünenberg.

Das Zufallsmehr von 0.3 % in Kombination mit der teilweise deutlichen Ablehnung durch eine klare Mehrheit der Zuger Gemeinden (7 von 11) ist alles andere als eine Carte Blanche für weiteren Strassenbau. Offenbar ist für eine Mehrheit der Gemeinden das Kosten-Nutzenverhältnis dieses Projektes ungenügend gewesen. Die Regierung und die betroffenen Gemeindeexekutiven sind gut beraten, die beiden umstrittenen Kammern A und D nochmals zu überdenken.

Der angesichts des Klimawandels und der schwindenden Ölreserven angesagte Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik braucht Zeit. Wir werten das Zufallsergebnis als nicht zu übersehendes Wetterleuchten am Horizont, das uns für die weitere Zukunft Zuversicht gibt.

Leider ist die Strategie der Strassenbaulobby knapp aufgegangen: den geplanten Autobahnausbau so gut es geht verschweigen und den beiden betroffenen Gemeinden Cham und Hünenberg damit drohen, dass bei einem Nein nichts mehr getan werde. Letzteres erklärt trotz der sehr deutlich spürbaren Skepsis in der Ennetseebevölkerung die Annahme des Projektes durch Cham und Hünenberg.
Mit ausschlaggebend für die Annahme ist die sehr ungleiche Verteilung der Abstimmungsressourcen. Die massive Propagandawalze, zu einem rechten Teil staatlich finanziert und auch mit unwahren Behauptungen agierend, hat gewirkt. Insbesondere die mit Steuergeldern finanzierte sogenannte Ennetseezeitung in alle Haushaltungen wird hier noch ein Nachspiel haben. Zu erwähnen ist, dass die beiden Gemeinden Risch und Steinhausen die Vorlage ablehnten und damit das Vorgehen ihrer Gemeinderäte bezüglich Ennetseezeitung desavouierten.
Immerhin darf festgestellt werden, dass die seit längerer Zeit laufende Stimmungsmache, jetzt müssten endlich wieder Strassen gebaut werden, nur beschränkt verfangen hat.

Das knappe Zufallsergebnis beinhaltet noch eine andere politische Botschaft: es gibt derzeit nur einen einzigen anderen Ort mit ähnlichem Leidensdruck wie Cham: das historische Stadtzentrum von Zug. Alle anderen Strassenprojekte ausser dem Stadttunnel stehen nun bezüglich Kosten-Nutzen-Verhältnis auf dem Prüfstand, und damit auch die Prioritäten im kantonalen Richtplan.

Wir Alternativen bleiben dran!

Martin Stuber, Vizepräsident Alternative Kanton Zug