Wir schätzen die bisherige gute Arbeit der Zuger Denkmalpflege und auch die der Zuger Archäologie. In einem rasch wachsenden Kanton wie Zug, ist die Erhaltung von gewissen Bauten und Denkmälern zentral für die Erhaltung eines Lebensraums mit Identität. Auch wenn die Vermittlung der Denkmäler aus verschiedensten Zeitepochen nicht immer einfach erscheint, so ist eine ausreichende und transparente Kommunikation in diesem Bereich wichtig. Denn die Interessen der Bevölkerung, welche sich sicherlich keinen seelenlosen Kanton ohne Heimat- und Denkmalschutz wünscht, sollen einfach einfliessen können. Auch gehört der rechtzeitige Einbezug der Eigentümer dazu.

 

Denkmalkommission

Die Alternativen – die Grünen sind der Ansicht, dass eine breite Abstützung der teilweise umstrittenen Entscheide nur unter Einbezug einer Denkmalkommission gelingen kann. Es ist aus unserer Sicht daher unverständlich, wenn nun die breit abgestützte Denkmalkommission abgeschafft würde. Die aktuelle Kommission ist optimal zusammengesetzt aus Fachleuten, Gemeindevertretern, dem Bauernstand und den Verbänden. Diese soll auch zukünftig einbezogen werden.

 

Verwaltungsrechtlicher Vertrag

Das Instrument des verwaltungsrechtlichen Vertrags wird durch die Alternativen – die Grünen begrüsst. Dahinter zeigt sich ein partnerschaftliches Vorgehen bei der Unterschutzstellung. Wichtig scheint jedoch, dass die dem Vertrag zu Grunde liegenden Kriterien wie hohe Wissenschaftlichkeit oder hohe kulturelle oder heimatkundliche Werte erfüllt sein müssen und diese rechtsbindend umgesetzt werden.

 

Inventar: wichtige periodische Überprüfung

Eine regelmässige Überprüfung des Inventars ist für die Aussagekraft eines solchen zentral. Der gegenwärtige Prozess der Inventarisierung soll effizient weitergeführt werden.  Periodische Aktualisierungen halten dieses Up-to-date, womit die Rechtssicherheit für alle Seiten gestärkt wird. Zudem soll künftig eine bessere Koordination von kantonalem Denkmalschutz und gemeindlichem Ortsbildschutz vorgenommen werden.

 

Einbezug der Gemeinden

Für die Alternativen – die Grünen sind die Gemeinden im Denkmalschutz wichtige Partner. So sollen sich diese wie bisher mit Beiträgen an der Restaurierung der Denkmäler beteiligen. Diese Nähe soll die Wertschätzung zum historischen Erbe auch auf lokaler Ebene fördern. Zudem stärkt ein solcher Einbezug das Handeln der gemeindlichen Baubehörde in diesen Bereichen.

 

Einbezug Eigentümerschaften

Neu wird der Kanton bereits vor der Inventarisierung von schützenswerten Denkmälern die Eigentümerschaft zu einer Stellungnahme einladen. Dies ist aus Sicht der Alternativen – die Grünen zu begrüssen. Wenn die betroffenen Eigentümer mit der vorgängigen Anhörung bei einem Inventareintrag sowie mit der vertraglichen Unterschutzstellung mehr Mitsprachemöglichkeit erhalten, dann stärkt dies den Dialog und das Verständnis für die Arbeit des Denkmalschutzes und führt letztlich zu einer besseren Verankerung der Denkmäler. Durch eine fachmännische Beratung können sich auch Laien vorstellen wie ein saniertes Denkmal auch einen zukünftigen monetären Wert haben kann. Die Mitsprache darf jedoch nicht so ausgelegt werden, dass der Eigentümer fast im Alleingang über die Unterschutzstellung entscheiden kann.

 

Entscheide

Auch zukünftig soll nach den vorhandenen drei Kriterien gemessen und entschieden werden. Ein rein politischer Entscheid soll um jeden Preis vermieden werden. Bei Unsicherheiten soll zudem auch die entsprechende Eidgenössische Kommission um Rat gefragt werden. So kann vermieden werden, dass weitere „Perlen“ im rasch wachsenden Kanton Zug verschwinden. Auch personell soll darum das Amt genügend Ressourcen für die wichtige Arbeit erhalten.

 

Wir danken Ihnen für die Berücksichtigung unserer Anliegen in der weiteren Gesetzesarbeit. Unsere Region verdient auch zukünftig ein Gesetz, welches den Heimat- und Denkmalschutz hochhält und nicht schleichend abschafft.

 

Andreas Hürlimann