Der Standort Zug wurde in den vergangenen Monaten weltweit als “Crypto Valley” bekannt. In der Blockchain-Technologie steckt aus Sicht der Alternativen – die Grünen grosses Potential. Statt sich auf nur eine Anwendung dieser Technologie, nämlich auf Währungen und insbesondere auf Bitcoin zu fokussieren, sollte Zug vielmehr auf Blockchain-Technologie im Allgemeinen setzen. Die ALG stellt der Regierung diesbezüglich kritische Fragen.

Hype um Bitcoins
Nachdem mit der Entgegennahme von Bitcoin als Zahlungsmittel durch die Stadt Zug der Standort Zug weltweit als «Crypto Valley» bekannt wurde, hat nun mit dem Handelsregisteramt auch eine kantonale Institution nachgezogen – es akzeptiert seit einigen Wochen ebenfalls Bitcoin als Zahlungsmittel. Inzwischen ist der Hype um Bitcoin aber der ernüchternden Feststellung gewichen, dass es sich dabei um eine hochspekulative Blase handeln dürfte – dies zeigen auch die jüngsten extremen Kursausschläge. Zudem ist der exorbitante Stromverbrauch bei der Schöpfung von Bitcoins eine inzwischen etablierte Erkenntnis – dies äussert sich auch in den rasant gestiegenen Transaktionskosten von Zahlungen mit Bitcoin.

Kryptowährungen als Reputationsrisiko
Kryptowährungen haben sicherlich viele Vorteile. Gleichzeitig wird damit aber auch Steuerhinterziehung, Terrorismus, Geldwäsche etc. ermöglicht.  So wurden im vergangenen Jahr durch das Schadprogramm “WannaCry” PC’s verschlüsselt und Erpressungszahlungen mit Bitcoin zur Reaktivierung verlangt – der Währungsaustausch dieses Schwarzgeldes wurde über eine Zuger Handelsbörse abgewickelt.

“Wenn wir auf neue Technologien setzen und uns entsprechend positionieren, sollten wir nicht blind einem Hype folgen, sondern uns zuerst mit der Technologie auseinandersetzen und dann mit gutem Wissen und Gewissen darauf setzen.”
sagt Andreas Hürlimann, ALG-Kantonsrat und Gemeinderat von Steinhausen. “Um das zu tun,” so Hürlimann weiter “braucht es entsprechende Fachkompetenz. Wir wollen von der Regierung wissen, ob und wo diese Fachkompetenz vorhanden ist.”

Blockchain-Technologie und Kryptowährungen sind zweierlei
Blockchains sind nicht gleichzusetzen mit Kryptowährungen wie Bitcoin. Blockchain-Technologie bietet innovative Möglichkeiten, elektronische Daten sicher, transparenter und dezentral zu verwalten. Anonymisierte Digitalwährungen sind nur eine Anwendungsmöglichkeit davon. Die Fokussierung auf die Geschäfte damit bringt dem Kanton Zug erhebliche Blasen- und Reputationsrisiken. Der Ruf des Standorts Zug, der als Steueroase und Rohstoffhandelsplatz nicht zu Unrecht immer wieder unter Druck steht, wird nun also mit der Fokussierung auf Kryptowährungen wie Bitcoin einem weiteren Risiko ausgesetzt. Die Alternative – die Grünen sehen grundsätzlich grosse Chancen in einer weltweiten Positionierung von Zug (Kanton und Stadt) im Bereich neuer technologischer Entwicklungen. Dies bedingt allerdings eine differenzierte Sichtweise und ein sorgfältiges, nicht von einem Hype getriebenes Vorgehen. Hierzu hat die ALG nun einen Vorstoss im Kantonsrat eingereicht.

Interpellation:
www.gruene-zug.ch/digital-valley-oder-crypto-valley/