Die nächsten Ausbauschritte für die Bahninfrastruktur werden im nationalen Parlament 2019 beraten. Wenn man die letzten Diskussionen um Ausbauschritte verfolgt hat, dann macht dies für den Raum Zug jedoch keinen Mut. Weiteres Lobbying für unsere Zuger Anliegen und politischer Druck ist darum dringend nötig.

Diesen Druck aus den Kantonen braucht es. Denn auch in den vorhandenen Rahmenkonzepten der SBB sind in den nächsten Jahren keine weiteren Ausbauten für unsere Region erkennbar. Es wird also noch länger im bestehenden Angebot auf dem Ast Luzern-Zug-Zürich gefahren. Ausser die Kantone werden selber aktiv, beispielweise durch eine Vorfinanzierung eines Projektes.

Eine solche Möglichkeit gäbe es, würde man beispielsweise den doppelspurigen Sanierungstunnel Sihlbrugg-Horgen Oberdorf konsequent weiter vorantreiben. Das Nadelör Zwischen Zug und Zürich beschäftigt Pendler in letzter Zeit immer öfters und die Auswirkungen sind jeweils unschön. Ein Wochenende mit Totalsperre zwischen Horgen und Baar betrifft weit über 66’000 Reisende. Zu Beginn und zum Ende der Sportferien werden auch viele Zugerinnen und Zuger an diese Einspurabschnitte auf der Strecke nach Zürich erinnert werden. Auch dann ist die Strecke wegen Bauarbeiten gesperrt. Die beiden Einspurtunnel sind nicht nur dann ein überaus grosses Ärgernis. Wenn man sieht, dass in keinen Planungen oder Überlegungen beim Bund diese Strecke und diese Einspurtunnel bis heute als prioritär gesehen werden, dann müssten eigentlich die Alarmglocken läuten.

Das hat auch der Kantonsrat so gesehen und dem Regierungsrat den Auftrag erteilt, sich mit aller Vehemenz für eine Verbesserung auf der Strecke Zug-Zürich einzusetzen. Dabei soll nun auch die Option des Doppelspur-Ausbaus der heutigen Linie anstelle eines teuren Zimmerberg Basistunnels geprüft werden.

Aber auch an anderer Stelle gibt es Handlungsbedarf. Der Zuger Kantonsrat hatte bereits zweimal gegen den Willen des Regierungsrates entschieden, dass die Arbeiten betreffen einer Perron Verlängerung in Rotkreuz weiterverfolgt werden sollen. Damit würde die Möglichkeit geschaffen, dass auch längere Züge mit mehr Sitzplätzen halten könnten. Ich glaube rückwirkend kann man sagen, dass dieses Festhalten an dieser Forderung dem Anliegen gutgetan hat. Nun bräuchte es nur noch etwas zusätzlichen politischen Willen für eine Finanzierung durch den Kanton Zug und man könnte das Perron definitiv verlängern. Leider will die Regierung aber mit Verweis auf die Sparbemühungen keine Investitionen in diese Infrastruktur vorantreiben.

Gemäss aktuellen Informationen werden die SBB ab 2020 die neuen Bombardier Züge mit einer Länge von 400 Meter auf der Strecke Zürich-Zug-Luzern einsetzten. Dadurch entsteht ein zusätzliches Platzangebot, was sehr zu begrüssen ist. Allerdings kann man die Grundhaltung des Regierungsrates, welcher den Halt auf allen IR-Zügen in Rotkreuz fordert, nur bedingt ernst nehmen. Denn wirklich halten kann ein neuer 400 Meter langer Zug nur dann, wenn auch die Perrons mindestens 400 Meter Länge bereitstehen. Und diesbezüglich gibt es in Rotkreuz aber auch in Baar noch gewissen Handlungsbedarf. Doch leider möchte die Regierung hier aber nicht von sich aus aktiv werden. Schade.

Wir sollten uns auf allen Ebenen für Verbesserungen einsetzen und nicht nur auf das Resultat aus Bern für die weiteren Ausbauten warten. Sparpakete hin oder her: Investitionen in wichtige Infrastrukturen sind zentral und sollen weiter vorangetrieben werden.

 

Andreas Hürlimann, Kantonsrat, Steinhausen