Polittalk in der Zuger Woche vom 19. November 2014. Gegen die 2. Gotthard-Röhre läuft das Referendum.

Das Schweizer Volk hat bereits 1994 und 2004 für den Alpenschutz und gegen eine 2. Gotthard-Röhre gestimmt. Jetzt soll der Souverän ein drittes Mal entscheiden.
 
Getarnt als „Sanierungstunnel“ wollen der Bundesrat und eine Mehrheit des Parlaments einen zweiten Strassentunnel am Gotthard. Die Verfassung verbietet dies, deshalb greift Bundesbern zu einem Trick: Die Sanierung des alten, jetzigen Strassentunnels dient als Vorwand für zwei Röhren. Wer glaubt denn ernsthaft, dass der Gotthardtunnel dauerhaft nur auf zwei von vier Spuren befahren wird? Die Folgen der Öffnung aller Spuren wären verheerend. Zudem würde eine 2. Gotthardröhre den Verladern im Ausland signalisieren, dass der Strassentransport über die Schweizer Alpen weiterhin attraktiv bleiben wird.  – Am Gotthard gibt es bereits vier Tunnels: eine Röhre für die Bahn, eine Strassenröhre und ab Dezember 2016 zwei Röhren für die NEAT für „Lastwagen auf die Schiene“. 
 
Das am Gotthard für einen durchschnittlichen täglichen Verkehr von 17`000 Fahrzeugen verlochte Geld wird dort fehlen, wo dringendere Verkehrsprobleme zu lösen sind – nämlich in den Bergregionen und vor allem in Agglomerationen von Basel bis Chiasso. Dort stauen sich die Fahrzeuge, dort stehen die Menschen jeden Tag in überfüllten Bussen und Zügen. Mit dem Vorschlag einer 2. Gotthard-Röhre würde zudem die teuerste Lösung gewählt. Ein temporärer Bahnverlad für  Auto und Lastwagen während  der Sanierung wäre unter dem Strich drei Milliarden Franken günstiger. 
 
Die Verladelösung wäre auch eine Generalprobe und eine Chance für die angestrebte Verlagerungspolitik. Mit einem Reservationssystem für die Rollende-Landstrasse-Züge liesse sich sogar eine Vorstufe der Alpentransitbörse testen. Das Parlament hat diese im Prinzip schon lange beschlossen, aber der Bundesrat treibt sie nicht voran. Unterschreiben Sie bitte also noch heute das Referendum „ Nein zur 2. Gotthard-Röhre“. Unterschriftenbögen können unter www.gruene.ch heruntergeladen werden.
 
 
Hanni Schriber-Neiger, 
Kantonsrätin ALG, Risch Rotkreuz
 
 
 >> www.zweite-roehre-nein.ch