Beim Thema Schule können alle mitreden! Die Äusserungen beziehen sich meist auf die eigenen Schul- Erfahrungen, die sich mit den heutigen beruflichen und persönlichen Herausforderungen im Alltag rückkoppeln. Die Vertreter der Wirtschaft stellen Forderungen, die moderne Gesellschaft erwartet Anpassungen um möglichst multioptionale Flexibilität in alle Richtungen anbieten zu können.

Die Schule hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt: Früher hat man die Kinder als abfüllbereite Lerngefässe betrachtet. Doch mittlerweile ist die Schule auf Bedürfnisse von Gesellschaft und Wirtschaft eingegangen. Aber vor allem auch auf die Bedürfnisse der Kinder – sie werden individueller und ganzheitlicher gefördert – sie lernen nicht nur Fachwissen (ja – das immer noch), sondern eignen sich Wissen fürs Leben an: Lernkompetenzen, Sozialkompetenzen, Selbstkompetenzen etc. Die Eigenständigkeit und Stärken der Kinder werden viel mehr gefördert.

Es ist unbestritten, dass mit all den Reformen die Belastung der Lehrpersonen zugenommen hat. Hinzu kommen noch die Bedürfnisse von Kind und Eltern nach persönlichen Rückmeldungen, Gesprächen – das gehört zum Bildungsauftrag, ist wichtig, braucht aber auch Zeit und Ressourcen. Damit die Lehrpersonen sich den veränderten Vorgaben und zum Wohle der Kinder engagieren können, braucht es die nötigen Anpassungen der Rahmenbedingungen. Beim Lehrpersonalgesetz hat der Regierungsrat die Mehrbelastung vorallem der Klassenlehrpersonen  anerkannt. Diese schon längst fällige Korrektur mit einer gezielten Entlastung wurde mit dem Antrag der FDP-Fraktion im Kantonsrat als Symptombekämpfung  zur Ablehnung empfohlen. Auf Plakaten und bei Wahlen für ein qualitativ hohes Bildungsniveau werben, gleichzeitig mit dem Sparhebel den Druck auf die Lehrpersonen erhöhen, steht in einem klaren Widerspruch zur Bildungsqualität. Für die politischen Entscheide und der daraus resultierenden Konsequenzen trägt das Parlament eine Mitverantwortung. Mit dem Zugeständnis der Entlastung  für die Klassenlehrpersonen hat die Mehrheit des Kantonsrates ein Zeichen gesetzt und an die Realität angeknüpft. Rückgängig machen hätte zur Folge, dass die bürgerlichen Parteien in einen Erklärungsnotstand geraten würden, wenn es um die hohen Beträge von Steuergeldern geht, die für die Umsetzung der Reformen in der Vergangenheit aufgewendet wurden. Das Bildungsniveau anzuheben um dieses dann aus Spargründen wieder zu opfern, wäre eine sehr fragwürdige Politik.

Im Herbst haben wir die Möglichkeit unsere Stimmen an Politikern und Politikerinnen zu vergeben, die sich zur Bildung und deren Qualität bekennen und dies nicht nur mit einem Lippenbekenntnis.