Sehr geehrte Frau Kantonsratspräsidentin
Sehr geehrte Dame und herren der Regierung
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen
 
 
Ich spreche als Vertreterin des Motionärs und zugleich für die Alternativ-Grüne Fraktion.
 
Ich nehme es vorweg, als Vertreterin des Motionärs und der Alternativen-Grünen Fraktion beantrage ich alle drei geforderten Punkte der Motion seien erheblich zu erklären
 
Die Biodiversität steckt in der Schweiz in der Krise – und keiner merkts: das sagte Urs Tester von Pro Natura, anlässlich des Starts der Kampagne „Biodiversität – jede Art zählt“. Sie steckt in einer tiefen Krise. Das bestätigen auch die Experten der Europäischen Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit OECD. Sie kamen 2006 zum folgenden Schluss –  Zitat: „Die letzte OECD-Prüfung der Schweizerischen Umweltbilanz hat eine beunruhigende Entwicklung in Bezug auf die biologische und landschaftliche Vielfalt des Landes identifiziert. Der Verlust der Artenvielfalt konnte nicht aufgehalten werden.“ – Und der Verlust hat sich in den letzten Jahren weiter verschärft. Allerdings – 9 von 10 Schweizerinnen und Schweizern erkennen diesen Verlust nicht, gemäss einer Umfrage von Pro Natura meinen sie, der Natur gehe es gut.
 
Die Biodiversität – die Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Genen sowie ihr Zusammenspiel – ist für die Natur und für uns Menschen wichtig. Erst diese Vielfalt hat unsere Erde zu einem bewohnbaren Ort gemacht. Ihr verdanken wir unsere Nahrung, sauberes Wasser und Luft, Kleidung, Energie, Baustoffe, Medikamente sowie bewohnbare Landschaften. Kurz: Die Biodiversität ist unsere Lebensgrundlage!
 
Es geht hier nicht einfach um ein Retour holen der Natur in unsere Wohngebiete, damit wir wieder mehr Natur erleben. Nein, es geht um ein Fortbestehen von Pflanzen, Tieren und uns Menschen. Wir haben es alle schon bemerkt, Blumenwiesen von früher gibt es immer weniger; 5 Prozent der Schweizer Tierwelt ist bereits ausgestorben, mehr als ein Drittel ist bedroht. Fragen Sie einmal einen Ornithologen – er wird Ihnen sagen, wie viele Vögel in unseren Bäumen nicht mehr zwitschern. Weil wir schlicht ihre Lebensgrundlagen zerstört haben. Und wussten Sie, dass 90 Prozent unserer Flüsse und Bäche nicht mehr in ihrem natürlichen Flussbett fliessen?
 
 
Nun zur Motionsantwort:
 
Man kann sich nun fragen, gehört die Regierung zu den 9 Schweizerinnen und Schweizer, die finden, der Natur gehe es gut? Hat sie diese Umwelt-Krise wirklich erkannt? Eher nicht. Sonst würde die Regierung vorschlagen, alle drei Forderungen müssen erheblich erklärt werden. Ja, es wird einiges gemacht im Kanton Zug, entsprechend haben wir auch schon Kredite bewilligt. Aber es ist immer noch zu wenig. Meine Bedenken sind gross, dass diese Umwelt-Krise, der Mangel an  Biodiversität, zu wenig ernst genommen wird. Wenn ich die Vorlage des Stadtgartens lese, frage ich mich, wo dort die natürlichen Lebensräume ihren Platz bekommen werden.
 
In der Antwort wird allzu viel das Abwägen von verschiedenen Interessen erwähnt. Es ist ja klar, dass die Rössliwiese und Sportplätze sich nicht für eine Magerwiese eignen. Im Bericht wird auch die naturnahe Gestaltung um das Verwaltungsgebäude an der Aa erwähnt. Es wäre tatsächlich spannend diese blauen Kunsstoffsäcke und deren Bepflanzung mal einer Prüfung zu unterziehen, um zu schauen, wie viel Biodiversität hier vorhanden ist.
 
Natürlich begrüssen wir, dass wenigstens der erste Punkt erheblich erklärt wird, es sollen Abklärungen getroffen werden und daraus soll ein Umsetzungsprogramm entstehen. Wir hoffen, dass dieses Programm dann auch rasch umgesetzt wird.
 
Die zweite Forderung kann auch umgesetzt werden. Im Bereich des vom Kanton verpachteten Landes kann, ohne grossen Personalaufwand, durchaus mehr Einfluss geltend gemacht werden. Beispielsweise über entsprechende Bestimmungen in den Pachtverträgen oder über Ausschreibungen bei Umgestaltungen.
 
Ein Anreizprogramm des Kantons für Grundeigentümer ist dringend. Ich habe es erwähnt, immer noch erkennen 9 von 10 Schweizer und Schweizerinnen die Problematik mit dem Verschwinden natürlicher Lebensräume nicht. Unsere Fraktion schlägt Anreize vor. Auch auf kleinem Raum kann viel getan werden, Pflanzen und Tieren mehr Raum zu geben. Hier könnte eine grosse Sensibilisierungsarbeit geleistet werden – also auch dieser dritte Punkt möchten wir erheblich erklären.
 
Meine Damen und Herren, die Biodiversität steckt in einer tiefen Krise – die Natur um uns herum wird immer „einfältiger“. Ja, es ist halt keine Wirtschaftskrise von der alle sprechen. Bei der  Biodiversität geht es noch um viel mehr – um die Existenz und das Leben auf dem Planeten Erde. Und darum müssen wir handeln. Daher, folgen Sie dem Antrag der Alternativ-Grünen Fraktion, die Motion in allen drei Punkten erheblich zu erklären.
 
 
Esther Haas
Kantonsrätin Alternative – die Grünen