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Budget und Rechnung klafften auch vor über 10 Jahren weit auseinander

Leserbrief zum Kommentar des Chefredaktors «Was jetzt in der Kasse ist, kann bald fehlen» in der Zuger Presse vom 10. April 2019

Da hat sich der Chefredaktor der ZugerPresse von den wohlklingenden Äusserungen zum Jahresabschluss wohl regelrecht vom Finanzdirektor einvernehmen lassen. Kritische Überprüfung und Berichterstattung? Fehlanzeige. Gehen wir doch wie von ihm vorgeschlagen 10 oder mehr Jahre zurück, und schauen, wie einfach es war Budget und Rechnung des Kantons aufeinander abzustimmen. Gehen wir beispielsweise ins Rechnungsjahr 2008: Da gab es eine Diskrepanz von 102 Millionen zwischen Budget und Rechnung. Oder nehmen wir das Jahr 2007 mit einer Abweichung von 155 Millionen, oder das Jahr 2005 mit einer Differenz zwischen Budget und Rechnung von 171 Millionen Franken. Woher das Märchen von der einfacheren Budgetierung und Ergebnisvorhersage in der Vergangenheit herkommt, wie es der Kommentar von Florian Hofer vermutet, ist für mich nur schwer nachvollziehbar. In den letzten 15 Jahren hat sich der Kanton Zug um über eine Milliarde zwischen Budgetvorhersage und Rechnungsabschluss verrechnet. Schade, dass die Zuger Presse einen solch undifferenzierten, einseitigen Blick auf die Finanz- und Steuerpolitik in unseren Kanton wirft. Denn solch hohe Überschüsse haben im Kanton Zug schon fast Tradition. Ist die absichtlich negativere Budgetierung politisch so gewollt? Und auch weiterhin spricht man seitens des Regierungsrats von Leistungsabbau, Sparpaketen oder der Erhöhung der Ticketpreise im öffentlichen Verkehr. Da geht etwas definitiv nicht auf!

Andreas Hürlimann, Kantonsrat, Steinhausen

2019-04-11T15:12:35+00:00 11.04.2019|Steuern, Wirtschaft, Finanzen|