Leserbrief

In den nächsten zehn Tagen wird die kommende Bundesratswahl die Medien beherrschen. Dabei dürfte leider das Entscheidende keine grosse Rolle spielen: um welche sachpolitischen Inhalte es geht. Für mich ein wichtiges Kriterium ist, welche Position die „Papabilis“ zum epochalen Projekt Bahn 2030 und damit zur Gestaltung der zukünftigen Schienen-Infrastruktur haben. Der Schreibende kämpft seit Jahren für eine durchgehende Doppelspur zwischen Zürich-Zug-Luzern und hat mit der Etablierung eines 400-Millionenpaketes zur Vorfinanzierung auch einen wesentlichen Beitrag zum raschen Handeln leisten können. Und inzwischen ist für mich klar, dass ein Zimmerberg light mit halben Kosten den Vorzug gegenüber dem Uralt-Projekt Zimmerberg-Basistunnel erhalten muss.
Wie stehen die Bundesrats-AspirantInnen dazu? Aufschluss gibt eine Zeitung der Schweizer Städteallianz, die heute in meinem Briefkasten lag. In dieser Allianz macht auch die Stadt Zug mit. Für die Zeitung wurden alle AspirantInnen zur Haltung gegenüber Bahn 2030 befragt.
Von den Papabilis, welche es nun in die Endausmarchung geschafft haben, antworteten nur gerade Simonetta Sommaruga (SP, Bern) und Brigit Wyss (Grüne, Solothurn)! Beide Statements haben mich überzeugt. Sommaruga will „in jedem einzelnen Fall eine Kosten-Nutzen-Analyse“. Da wird Zimmerberg light ganz sicher besser dastehen als das veraltete Projekt des Basistunnels. Brigit Wyss hat darauf hingewiesen, dass der 3. Juradurchstich in Bahn 2030 fehlt. Recht hat sie: als Transitland auch für den Güterverkehr braucht die Schweiz zwingend einen 3. Juradurchstich, der das Nadelöhr Olten umfährt.
Ich wüsste, wen ich am 22. September in den Bundesrat wählen würde.