In seiner „Berner Woche“ schreibt der alternative Nationalrat Josef Lang, dass er sich zur Freude des hinter ihm sitzenden Bauernvertreters Markus Zemp für Parallelimporte eingesetzt habe. Und dass dieses Anliegen, das den Bauernbetrieben jährliche Einsparungen von 40 bis 50 Millionen Franken ermöglicht, „dank einem Bündnis von Linken und CVP-Mehrheit gegen die Pharmaallianz“ durchgekommen sei. Ich habe mir die Mühe genommen, in den Wortprotokollen des Nationalrats und des Ständerats  nachzuschauen, ob die anderen Zuger Parlamentarier für die Bauernfamilien oder für die Chemiekonzerne gestimmt haben. Gerhard Pfister gehört der CVP-Minderheit an, die gegen Parallelimporte und damit gegen die Bauern gestimmt hat. Marcel Scherer stimmte mit einer Mehrheit in seiner SVP-Fraktion gegen die Bauerninteressen und damit gegen den Bauernverbandspräsidenten Hansjörg Walter und sieben weitere Fraktionskollegen. Im Ständerat kritisierte der freisinnige Rolf Schweiger Bundesrätin Doris Leuthard, dass sie die offizielle Haltung des Bundesrates, die Parallelimporte aus Rücksicht auf die Chemie abzulehnen, „zu wenig zum Ausdruck“ gebracht habe. Das Fazit lautet: Der einzige, der die Interessen der Bauern über die der Chemie gestellt hat, ist der alternative Nationalrat. Der Vollständigkeit halber ist beizufügen, dass Peter Bieri als Ständeratspräsident nicht mitreden und mit stimmen konnte.

Interessant bei diesem Thema ist die Tatsache, dass die immer wieder vertretene Marktlogik ganz klar für Parallelimporte spricht. Die Wirtschaft kann doch nicht mehr Wettbewerb für die Landwirtschaft fordern und wenn sie dann selber betroffen ist, plötzlich dagegen sein! Für die mächtige Pharmalobby machen bürgerliche Politiker jedoch gerne eine Ausnahme. Zum Glück gibt es im Nationalrat eine Alternative.