Die Coronakrise bedeutet eine riesige wirtschaftliche Herausforderung für ganz viele, von Einzelpersonen und Organisationen im Kultur- und Sportbereich über Selbständige bis zu etlichen Klein- und Kleinstunternehmen. Wie die ALG bereits in einem Postulat gefordert hat, soll der Kanton rasch und komplementär zum Bund substanzielle wirtschaftliche Unterstützung leisten, damit es nicht en masse zu Konkursen kommt. Die ALG begrüsst somit, dass der Kanton Zug ein Auffangnetz bereitstellen will, um schnell und unbürokratisch helfen zu können. Wie die Regierung schreibt, ist es notwendig, jetzt substanzielle Mittel für die Nothilfe aufzuwenden und solidarisch zu sein.

Die von der Regierung geplante Massnahme, den Kantonssteuerfuss für drei Jahre um vier Prozent zu senken ist aus Sicht der ALG nicht zielführend, sondern untergräbt viel mehr Sinn und Zweck des Auffangnetzes. Von Steuersenkungen profitieren giesskannenmässig in erster Linie reiche Personen und profitable Unternehmen und nicht jene, die wegen des Coronavirus in einer Notlage sind und deren Steuern daher sowieso tief ausfallen würden.

Um von der jetzigen Situation existenziell bedrohte Selbständige, Gewerbler und Kleinunternehmen finanziell zu unterstützen, braucht es die versprochene Liquiditätsversorgung. Wenn die Regierung mittels Steuerpolitik unterstützen will, dann könnte sie beispielsweise die Limite für Steuerfreiheit heraufsetzen – das wäre zielgerichtet. Alternativ könnte sie auch die Kriterien für Prämienverbilligungen anpassen und damit Private unterstützen – auch das wäre eine zielgerichtete Massnahme.

Ohne zu wissen, was mit der Coronakrise noch alles auf den Kanton zukommen wird, auch bezüglich Gesundheitskosten und wirtschaftlichen Langzeitauswirkungen, erachtet die ALG eine Steuersenkung als fahrlässig. Dass der Kanton Zug in dieser Krisenzeit den nationalen und internationalen Steuerwettbewerb anheizen will, ist zudem zynisch und verpolitisiert die herrschende Notlage. Die ALG zählt darauf, dass der Kantonsrat von einer Steuersenkung absehen wird und finanzielle Hilfe unterstützt, die zielgerichtet Personen und Unternehmen zu Gute kommt, welche unter den Auswirkungen der Coronakrise leiden.

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