Den Folgen des Klimawandels können wir uns nicht entziehen. Wir haben aber die Möglichkeit mit gezielten Massnahmen darauf zu reagieren. Das internationale Abkommen zum Klimaschutz wurde beschlossen (Pariser-Abkommen 2015), auf nationaler Ebene wurde das Abkommen ratifiziert und jetzt liegt es bei den Kantonen und Gemeinden für konkrete Umsetzungen zu sorgen. Innovationen sind gefragt und Investitionen müssen folgen!

Die Forderungen nach Massnahmen werden auch von Klima-Wissenschaftlern immer hörbarer und sie machen deutlich, dass der Klimawandel von Menschen verursacht wird. Die Fakten lassen sich nicht wegwischen und es liegt an uns und dem politischen Willen dem Klimawandel entgegen zu treten.

An der Gemeindeversammlung von Hünenberg wurde das überarbeitete Energiereglement zur Genehmigung vorgelegt. Es ist sinnvoll, dass Anreize wie die Förderbeiträge geschaffen werden, die zukunftsweisend sind und damit die Bevölkerung ermutigt wird, sich für die Klimaziele zu engagieren. Alleine mit den Förderbeiträgen ist die Klimaveränderung nicht möglich, aber mit den Förderbeiträgen wird ein wichtiges Zeichen gesetzt und Bereitschaft gezeigt dem Klimawandel entgegen zu wirken. Dass sich die Energiekommission und die Finanzkommission bei der Deckelung von 500`000.- Fr. im Reglement nicht einig waren, war sehr verwirrend und unverständlich.

Das Grüne Forum hatte sich dafür eingesetzt, dass keine Deckelung im Energiereglement festgelegt wird, damit die Förderbeiträge gezielt für nachhaltige Ziele verwendet werden können. Dies war nicht mehrheitsfähig. Das beschlossene Reglement sieht nun vor, dass eine Überschreitung der Spezialfinanzierung über 500`000.- Fr ins reguläre Budget überführt wird. Dies bedeutet, dass nur beschränkt Geld zur Verfügung gestellt wird und durch die Abschöpfung auch wieder zweckentfremdet wird. Ohne diese Deckelung wäre der Gemeinderat klar beauftragt worden, sich mehr mit Massnahmen für den Klimaschutz zu beschäftigen und das Geld gezielt für nachhaltige Investitionen einzusetzen z.B. die Begrünung des Dorfplatzes.

Die Alternativen-die Grünen hatten im Kantonsrat beantragt, dass vom Überschuss (150 Mio. Fr.) 1 Mio. Fr. für Klimaanpassungen verwendet werden z.B. 1000 Bäume pflanzen, die sich den künftigen Klimaveränderungen anpassen können oder Flachdächer begrünen, etc. Wir hätten der Regierung zugetraut, dass sie uns mit ihren Fachleuten von der Verwaltung zielgerichtete, nachhaltige Projekte für Klimaanpassungen im Budget 2020 vorgestellt hätten. Dies war nicht im Interesse der Mehrheit. Ja, warum gab es dann eine Mehrheit im gleichen Parlament für die Anerkennung des Klimanotstandes? Wie ernsthaft ist die Absicht eine Veränderung herbeiführen zu wollen und zu welchem Preis? Diese Situation zeigt, wie schwer sich die bürgerlichen Parteien mit dem Klimawandel tun und dass es eben nicht reicht sich mit den Klimaaktivisten an einen runden Tisch zu setzen und den Klimanotstand im Kantonsrat zwar auszurufen, dann aber keine Strategie zu verfolgen.

Der Klimaschutz ist bei der Bevölkerung ins Bewusstsein gerückt und es braucht von politischer Seite klare Strategien und den Mut für Investitionen, die dem Klimaschutz oberste Priorität zugestehen. Der Klimawandel hat ein Preisschild!

 

Rita Hofer, Kantonsrätin, Hünenberg

Veröffentlicht in der Zuger Zeitung vom 27. Juli