Leserinnenbrief von Kantonsrätin Rita Hofer

Den Bürgern wird wieder mal tüchtig Sand in die Augen gestreut mit dem Bau der 2. Gotthard-Röhre. Mit der Neat war die Absicht den Schwerverkehr auf die Schiene zu bringen und so den Verkehr auf der Hauptachse ins Tessin zu entlasten. Dem Alpenschutz konnte mit dieser Variante Rechnung getragen werden.

Dass nun eine zweite Röhre durch den Gotthard bereits vor der Eröffnung der Neat zur Abstimmung kommt, ist mehr als fragwürdig. Milliarden wurden in die Neat investiert und noch vor der Eröffnung und ohne Erfahrungswerte aus der Praxis wird die 2. Gotthardröhre zur Abstimmung gebracht. Der Zeitpunkt der Abstimmung kommt zu früh und mit Steuergeldern sollte verantwortungsvoller umgegangen werden. Wer nur mit einem Röhrenblick ins Tessin schaut, der wird nicht zu kreativeren und kostengünstigeren Lösungen kommen.

Dass wir nochmals Milliarden für ein unnötiges Loch und dann noch die Folgekosten für den Unterhalt in Zukunft berappen  müssen, darüber sollten wir uns auch im Klaren sein. Dass bei diesem Vorhaben eine zweite Fahrspur gesperrt bleiben soll, ist dann doch als sehr grossen Widerspruch zu verstehen. Das würde für mich heissen, dass wir dieses gigantische Lochprojekt gar nicht brauchen! Die Glaubwürdigkeit ist für mich noch geringer, wenn gleichzeitig die Attraktivität dieser Verkehrsachse mit der 2. Röhre zunehmen würde und eine Fahrspur gesperrt bleiben soll! Die Begehrlichkeiten wachsen, wenn sich dazu Gelegenheit bietet. Keine aus meiner Sicht plausiblen Gründe könnten dem politischen Druck standhalten, wenn über die Forderung zur Nutzung der 2. Fahrspur debattiert würde.

Der Mehrverkehr würde die gesundheitliche Belastung der Bevölkerung auf der Alpentransit Achse noch mehr strapazieren und den Alpenschutz komplett untergraben. Deshalb empfehle ich Ihnen am 28. Februar ein Nein in die Urne zu legen.

Rita Hofer,
Kantonsrätin ALG, Hünenberg