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Denkmalschutzgesetz – ein zahnloser Tiger

Was früher geschaffen wurde, wird heute infrage gestellt. Heimatmüde Parlamentarier wollen den Schutz der Natur und der Heimat abbauen, statt ihn zu stärken“. Dieser Satz stammt vom Geschäftsführer des Schweizer Heimatschutzes. Viele sprechen von Heimat, meinen aber eher das Optimieren von Geldflüssen. Dabei steht der Natur- und Heimatschutz oft im Weg. Der Zuger Kantonsrat hat an seiner letzten Sitzung den Denkmalschutz spürbar abgewertet. Das bestehende Gesetz wurde bis zur Unkenntlichkeit abgeschwächt. Wohl aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Denkmalgesetz massiv übersteuert. Wie gesichtslos wäre doch unser Kanton wenn nicht prägende Baudenkmäler uns an Vertrautes erinnern würde. Unser Kanton wurde in den letzten Jahren fast umgepflügt. Und doch sind nur fünf Prozent aller Häuser geschützt oder stehen auf der Liste der zu prüfenden Objekte.

Trotzdem hat das Parlament nun die Kriterien für eine Unterschutzstellung verschärft und die bisherigen Hürden weiter hinaufgeschraubt. Sogar die Denkmalkommission, die bisher die Schutzwürdigkeit der Bauten begutachtet hat und so der Regierung beratend beigestanden ist, wurde vom Kantonsrat abgeschafft. Auch sollen keine Gebäude, welche weniger als 70 Jahre alt sind, unter Schutz gestellt werden können. Somit könnte als Beispiel die Kirche Oberwil mit den Fresken von Ferdinand Gehr abgebrochen werden.

Der Kanton Zug ist aufgrund seines reichhaltigen und vielfältigen Kulturerbes und vor dem Hintergrund einer seit Jahrzehnten überdurchschnittlich hohen Bautätigkeit auf ein wirksames Denkmalschutzgesetz angewiesen. Die Verschärfung, welche der Kantonsrat nun an seiner letzten Sitzung vorgenommen hat, führt zu einer deutlichen Schwächung des Denkmalschutzes. Ich weiss, dass dies von vielen gewünscht wird – für mich bedeutet es einen Rückschritt.

Vroni Straub, CSP

2018-10-31T12:50:50+00:00 07.11.2018|Familien, Wohnen|