Kolumne vom 31. Januar 2009 in der „Neuen Zuger Zeitung“
Russlands Ministerpräsident Putin eröffnete am Mittwoch das WEF in Davos. Die Reichen und Mächtigen, welche die Finanz- und Wirtschaftkrise im schlimmsten Fall mit verursacht und im schlechtesten Fall nicht haben sehen kommen, preisen sich nun als Teil der Lösung an. Gerade Putin schafft eher Probleme denn Lösungen. Tschetschenienkrieg. Georgienkrieg. Keine Rezepte gegen die russische Wirtschaftskrise. Unterdrückung der Medien- und Meinungsfreiheit. Aushöhlung der Demokratie.
 
Und da war ja noch der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine … Gelitten hatten die Ärmsten. Besonders die Menschen in Südosteuropa blieben im kalten Winter ohne Heizung oder verloren ihre Arbeit, da Fabriken mangels Energie still standen.
 
Vorige Woche nun verkündeten Putin und die ukrainische Ministerpräsidentin Timoschenko, dass das Gas des 2005 von Putin verstaatlichten Gas-Giganten Gazprom wieder fliesst – in die Ukraine und durch die Ukraine in die EU. Russland hat so von der Ukraine höhere Gaspreise erpresst. Und es hat deren Annäherung an EU und Nato bestraft.
 
Gleichzeitig wird der EU durch Gazprom-Vize Medwedjew die geplante Ostsee-Gaspipeline schmackhaft gemacht. So könne man das „unzuverlässige“ Transitland Ukraine umgehen. Firmensitz der von Gazprom beherrschten Pipeline-Firma Nordstream ist Zug. Ihr CEO Warnig ist ein ehemaliger Stasi-Offizier und Putin-Freund. Im Aufssichtsrat sitz alt Bundeskanzler Gerhard Schröder.
 
Ebenfalls in Zug residiert die Rosukrenergo. Sie ist (noch) Zwischenhändler für alle Gaslieferungen von Russland in die Ukraine und verkauft zentralasiatisches Gas nach Europa. Ein Milliardengeschäft, allein der Gewinn 2007 belief sich auf 795 Millionen Dollar. Rosukrenergo gehört je zu 50 Prozent der Gazprom sowie den ukrainischen Geschäftsleuten Fursin und Firtasch – letzterem werden von der „NZZ“ Mafiaverbindungen nachgesagt. Timoschenko bezeichnete Rosukrenero als kriminell und hat nun direkte Lieferungen von Gazprom an die ukrainische Naftogas durchgesetzt. Tatsächlich dient der Zwischenhändler laut „Frankfurter Allgemeine“ dazu, unlauter erworbene Gelder an dubiose Geschäftsleute und Hintermänner aus der Politik aus Russland und in der Ukraine abzuzweigen.
 
Zug kann weder auf solche Firmen noch auf Steuerprivilegien für ebenso reiche wie dubiose Gas-Profiteure stolz sein.