Nun kommt die Baudirektion auf die glorreiche Idee, im Richtplan rund einen Drittel des kantonalen Zuger Wanderwegnetzes zu streichen, um ein wenig Geld zu sparen.

Leserbrief Zuger Presse 30.03.2016, Othmar Hofmann
Nun kommt die Baudirektion auf die glorreiche Idee, im Richtplan rund einen Drittel des kantonalen Zuger Wanderwegnetzes zu streichen, um ein wenig Geld zu sparen. Auf diesen Wanderwegen bestehen öffentliche Fusswegrechte. Die seit über 100 Jahren bestehenden Wegrechte gehen entweder verloren oder die Gemeinden machen aus diesen kantonalen Wanderwegen gemeindliche Fusswege. Da kommt der grosse Schildbürgerstreich der Baudirektion so richtig zum Tragen: Die Baudirektion lässt die bestehenden Wanderwegschilder abbauen, und danach werden die Gemeinden die neuen gemeindlichen Fusswegschilder wieder montieren. Beides kostet nicht wenig Steuergeld.

Auch werden die Gemeinden in Zukunft neue Kosten tragen, deren sie sich wohl noch gar nicht bewusst sind. Ich empfehle den Gemeinden, sich gegen diesen Abbau zu wehren. Für neue Strassen gibt der Kanton – wie beschlossen – in Zukunft Millionen von Franken aus, aber bei den kostengünstigen Wanderwegen da muss dringend gespart werden. Wo bleibt da die Umwelt, das Energiesparen, das Denken für den Naturschutz? Wo bleiben da letztendlich die gemeindlichen Strategien zu Gunsten einer besseren Umwelt für die Bevölkerung? Es ist sehr zu begrüssen, dass es Gemeinden wie Menzingen gibt, die sich gegen diesen Aderlass wehren. Ein Beispiel, wie absurd das Ganze werden kann: Zwischen Hünenberg See und Hünenberg Dorf soll es keinen kantonalen Wanderweg mehr geben.  Also muss die Gemeinde hierfür zuständig werden und diese Wege signalisieren. Oder müssen wir von Hünenberg See vielleicht in Zukunft den Fussweg über Cham nehmen, um nach Hünenberg Dorf zu kommen? Für uns Hünenberger reicht es schon, wenn der Kanton Zug den Pilotbetrieb der Buslinie 44 zwischen den beiden Dorfteilen gestrichen hat, bevor der versprochene Versuch überhaupt fertig war. Ich empfehle der Baudirektion, ihre Entscheidung nochmals zu überdenken. Denn die Konsequenzen dieser Entlastungskur tragen die Gemeinden.

Othmar Hofmann, Hünenberg See

 

 Bildquelle map.wanderland.ch