Vom 23. bis 25. August 2019 findet in Zug das Eidgenössische Schwing-und Älplerfest (ESAF) statt. Die Alternativen-die Grünen fordern, dass der Anlass sozial und ökologisch verträglich gestaltet wird.

Seit dem ESAF 2001 in Nyon (110‘000 Gäste gesamt) nahmen die Besucherzahlen der Eidgenössischen Schwing- und Älplerfeste zu (2004: 200‘000; 2007: 280‘000; 2010: 260‘000; 2013: 300‘000). Für das ESAF 2019 in Zug muss mit einer Gesamtgästezahl von über 300‘000, daher mit täglich über 100‘000 Besucherinnen und Besuchern gerechnet werden. Ohne flankierende Massnahmen ist ein Anlass in dieser Grössenordnung sowohl ökologisch, als auch sozial untragbar. Die Alternativen-die Grünen fordern, dass das Fest umwelt- und sozialverträglich organisiert wird. Dies zu Gunsten der lokalen Bevölkerung, aber auch im Sinne der Ausstrahlungskraft und der Nachhaltigkeit des Schwingsports selbst. 
 
Die Alternativen-die Grünen laden das Organisationskomitee ein, es dem Komitee Burgdorf gleich zu tun und «ein möglichst nachhaltiges Fest» zu gestalten und «insbesondere im Bereich Ökologie verschiedenste Massnahmen» zu treffen. Ziel muss sein, «den ökologischen Fussabdruck des Fests möglichst tief zu halten und begrenzte Ressourcen möglichst schonend einzusetzen».  
 
Die Alternativen – die Grünen fordern, folgende Massnahmen zu ergreifen: 
 

Lokale und regionale Produkte und Dienstleistungen
Dienstleistungen werden lokal bezogen und es werden regionale und ökologisch hergestellte Lebensmittel und Produkte verwendet. 
 
Ökostrom statt fossile Energieträger
Auf den Einsatz von fossilen Energieträgern wird weit möglichst verzichtet, Anstatt Dieselgeneratoren werden Trafostationen verwendet. Der gesamte Stromverbrauch auf dem Festgelände wird durch Ökostrom abgedeckt. Der Verbrauch an elektrischer Energie ist möglichst tief zu halten.
 
Nachhaltiges Abfallkonzept 
Abfall wird weit möglichst vermieden und auf Einweg- und Wegwerfprodukte wird verzichtet. Wo ein Ersatz nicht möglich ist, kommen biologisch abbaubare Produkte zum Einsatz. Anstatt Einwegbecher, kommen Mehrwegbecher mit Depot zum Einsatz. Der Abfall wird getrennt und fachgerecht entsorgt, Lebensmittelabfälle und biologisch abbaubares Einweggeschwirr wird Kompostier- bzw. Biogasanlagen zugeführt. Beim Einsatz von Holzschnitzel sind unbehandelte zu verwenden und nach der Veranstaltung zu säubern und wieder zu verwenden. Baumaterialien werden vollständig wiederverwertet und nur im Fall von Beschädigung entsorgt.
 
Schutz der Böden, Felder und Hochstamm-Obstbäume
Die Arbeiten im Gelände in Zug haben schon begonnen. Das Gelände wird ausplaniert und mit Drainagen versehen. Eine Forderung wurde hier schon erfüllt: Der betroffene Landwirt erhält Ersatzflächen und Entschädigung für das Land, das er zur Verfügung stellt und ein entsprechender Vertrag konnte in der Zwischenzeit abgeschlossen werden. Ebenso ist aber auch mit den anderen betroffenen Landwirten umzugehen. Nach der Veranstaltung werden zudem die gefällten Hochstamm-Obstbäume vollumfänglich wieder angepflanzt.
 
Umfassendes ökologisches Verkehrskonzept

Die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr soll attraktiv gestaltet und beworben werden und im ESAF-Ticket ist das ÖV-Billet schon inbegriffen. Es findet eine lenkende Parkplatzbewirtschaftung mit limitierten Parkplätzen und hohen Parkplatzgebühren statt. Für Besucherinnen und Besucher, die trotzdem mit dem Auto anreisen gibt es ein P&R-Konzept mit Shuttle-Bussen. Die umliegenden Quartiere und Gemeinden dürfen nicht unter dem Mehrverkehr leiden, entsprechende Massnahmen (Zufahrtsverbote etc.) sind zu treffen.
 
Lokale Bevölkerung informieren und einbeziehen

Die betroffene Lokalbevölkerung wird genügend früh informiert über den Anlass und seine Auswirkungen. Es ist ein grosszügiges Kontingent von Tickets für die Öffentlichkeit insbesondere für die Zuger Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Auch hier wurde eine Forderung schon erfüllt: Der Schwerverkehr für die vielen Zu- und Wegfahrten wird nicht durch das Quartier, sondern über eine extra installierte Transportpiste direkt auf die Nordzufahrt geführt.
 
Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2019 in Zug soll sozial und ökologisch verträglich gestaltet werden – ganz im Sinne der Schwing- und Älplerkultur.
 
 
Astrid Estermann, Gemeindrätin, Zug
Anastas Odermatt, Kantonsrat, Steinhausen