Ein Kuckucksei namens „Unterfeld“

Am 12. Februar 2017 können die Stimmberechtigten von Zug und Baar über das Projekt „Unterfeld“ abstimmen. Das Projekt ist jedoch schlicht zu gross, um die Ansprüche an ein ökologisch und sozial nachhaltiges Quartier zu erfüllen.

Im „Niemandsland“ zwischen Zug und Baar soll ein für Zuger Verhältnisse riesiges Stadtquartier mit 700 Wohnungen und Büroräume für 1000 – 1500 Beschäftigte entstehen. Noch ist offen, wer hier wohnen oder arbeiten wird. Sicher ist, dass die bereits grosse Zahl der Zupendler nach Zug noch weiter zunehmen wird. Der Gewerbe- und Büroflächenanteil im Baarer Teil ist viel zu hoch und der Anteil preisgünstiger Wohnungen zu tief. Ein lebendiges Quartier braucht gemeinschaftliche Einrichtungen und soziale Anstösse, und es braucht den Einbezug der Bewohnerinnen und Bewohner. Davon ist im Bebauungsplan keine Rede.
Das „Unterfeld“ ist ein Planungsprojekt auf der Grünen Wiese: In einer Blockrandbebau-ung wird das Bauvolumen wie in einer Innenstadt in mitunter sechs bis 62m hohen Hochhäusern konzentriert. Dies ermöglicht zwar eine grosse Freifläche im Innern, doch schottet sich das Quartier wie mit einer gigantischen Mauer gegen aussen klar ab. An der Peripherie von Zug und Baar gelegen, lässt sich die neue „Satellitenstadt“ nicht in die gewachsenen Orte integrieren. Das „Unterfeld“ ist mit seinen tollen Visualisierungen wie ein schön hergerichtetes Geschenk, das sich später als Kuckucksei entpuppt.
Zweifel sind auch angebracht, ob die hohen Ziele und Versprechen von Investoren und Behörden bezüglich Nachhaltigkeit erfüllt werden. So werden 900 Parkplätze gebaut, welche das ihre zur bereits hohen Verkehrsbelastung beitragen. Standards für das nachhaltige Bauen werden zwar versprochen, sind jedoch keine Pflicht.

Das Bauprojekt „Unterfeld“ entspricht dem Wachstumsdenken der letzten Jahrzehnte. Aktuell stellt der Kanton mit der Richtplananpassung die zukünftige räumliche Entwick-lung unseres Kantons zur Diskussion. Es ist deshalb falsch, zum jetzigen Zeitpunkt grü-nes Licht für ein derartiges Riesenprojekt zu geben. Eine Denkpause beim Wachstum tut not.
André Guntern, Vizepräsident Alternative – die Grünen Baar