Polittalk Zuger Woche

Die Einführung des Cassis-de-Dijon Prinzips ermöglichte es, Nahrungsmittel in der Schweiz zu verkaufen, welche den gesetzlichen Vorschriften eines EU- oder EWR Landes entsprechen. Aus tierrechtlicher Sicht problematisch ist der Umstand, dass einige EU-Länder im Vergleich zur Schweiz wesentlich laschere Gesetzgebungen zum Tierschutz kennen. Das Cassis-de-Dijon Prinzip führt dazu, dass auch hierzulande Fleisch und Eier aus Tierfabriken oder aus industrieller Massenproduktion angeboten werden können. Diese sind mit unseren Tierschutzstandards nicht vereinbar. So kennt die Schweiz z.B. gesetzliche Höchstbestände an Legehennen pro Betrieb. In der EU fehlen entsprechende Gesetze. Mit dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA könnten sogar genveränderte Lebensmittel nach Europa und somit auch in die Schweiz gelangen. 
 
Die sogenannte Fair-Food-Initiative, welche die Grünen vergangenen Dienstag lancierten, greift diese Sachverhalte auf. Die Initiative strebt eine verbesserte Transparenz an. So sind zusätzlich zur Herkunft der Lebensmittel auch deren Produktionsbedingungen zu deklarieren. In der Schweiz sollen grundsätzlich nur Lebensmittel verkauft werden, welche den ökologischen und sozialen Standards unseres Landes entsprechen. Dieser Grundsatz gälte auch für importierte Nahrungsmittel. Es werden Anreize geschaffen, um die regionale und saisonale Produktion von Lebensmitteln zu fördern. Somit liessen sich Transportwege verkürzen und klimaschädliche CO2-Emmissionen reduzieren. Kürzere Transportwege dämmen auch „Food Waste“ ein. Es gilt, dem zunehmend liberalisierten Wettbewerb im Lebensmittelmarkt ökologische und soziale Leitplanken zu setzen und die Qualität der Lebensmittel zu steigern. Den schweizerischen Tierschutzstandards ist auch bei Importen Rechnung zu tragen. Das Volksbegehren richtet sich insbesondere gegen industrielle Massenproduktion, die im Ausland nicht selten prekäre Arbeitsbedingungen und hohe Umweltbelastung aufgrund des exzessiven Einsatzes von Pestiziden und Düngemitteln zur Folge hat. 
 
Diese Volksinitiative sollten Sie unterstützen. 
 
 
Andreas Kretz, Co-Präsident Junge Alternative Zug