Leserbrief von Kantonsrat Andreas Hürlimann

Das ÖV-Konzept «Bahn und Bus aus einem Guss» jährt sich im Kanton Zug zum zehnten Mal. Eine Erfolgsgeschichte für den Kanton Zug und den öffentlichen Verkehr! Schade nur, dass das einst erfolgreich eingeführte Konzept immer wieder aufgrund von Fehlplanungen im Amt für öffentlichen Verkehr und bei der ZVB verwässert wird. Es zeugt von einer gewissen Ironie, wenn der ZVB Jubiläumsbus mit 2000 Smiley-Selfies gerade am Montag-Abend auf der neuen Linie 16 von Zug nach Steinhausen im Einsatz war um für ein auf dieser Linie vergessenes Konzept zu werben. Weniger als ein Drittel der üblicherweise transportierten Personen sind an der Dammstrasse in diese neue Linie in Richtung Steinhausen eingestiegen. Dafür waren die Busse der Linie 6 zum Bersten voll. Nicht einmal die extra bereit gestellten Kundenlenker der ZVB konnten an dieser Situation etwas ändern. Kein Wunder: Denn die Dammstrasse ist keine geeignete Einsteige-Haltestelle. Die Gebiete in der Stadt welche von vielen Leuten besucht werden liegen alle auf der anderen Seite der Geleise beim Metalli, an der Bahnhofstrasse oder sogar in der Altstadt. Aus eigener Erfahrung weiss ich: Auch Pendler bevorzugen eine Haltestelle mit einfachen Umsteigemöglichkeiten beim Metalli oder bei der Landis & Gyr. Gerade letztgenannte Haltestelle ermöglicht es mit den Aufgängen bei der Unterführung „Gubelloch“ schnell und einfach von der Bahn auf den Bus zu wechseln. Es ist zu hoffen, dass die ursprüngliche Idee von «Bahn und Bus aus einem Guss» auch bei den Planern des Zuger ÖV-Angebots wieder ankommt und es baldmöglichst zu einer Verbesserung dieser unnötig herbeigeführten Situation für Steinhauserinnen und Steinhauser kommt.
 
 
Andreas Hürlimann,
Kantonsrat, Grüne Steinhausen