Medienmitteilung Junge Grüne Schweiz

Wie gestern den Medien zu entnehmen war, spendet die FIFA der Stadt Zürich 20 Millionen Schweizer Franken für die Förderung von Breitensport. Davon fliessen 17 Millionen in den Bau von Kunstrasen und 3 Millionen in den Frauenfussball. Wir finden es schön, dass Sepp Blatter und die FIFA erkannt haben, dass wir vermehrt Geld in die Jugend und den Sport stecken müssen. Dies soll die FIFA aber regulär via Steuern tun. Sich mit einer lächerlich kleinen Spende freikaufen und Goodwill sichern zu wollen, ist schäbig. Durch die falsche Besteuerung der FIFA als gemeinnütziger Verein statt als wirtschaftliches Unternehmen entgehen dem Staat pro Jahr über 150 Millionen Franken.
 
Die FIFA bezahlt pro Jahr 3 Millionen Steuern, weil sie als gemeinnütziger Verein gilt und somit von der Sonderbesteuerung profitiert. An der WM 2010 in Südafrika hat die FIFA über drei Milliarden Gewinn generiert. Gleichzeitig blieb das Gastgeberland mit einem Schuldenberg von 2.3 Milliarden zurück. Die FIFA zahlt aber gleichzeitig pro Jahr Millionen als Boni an ihre Funktionäre aus. Ihr haften zahlreiche Korruptions- und Bestechungsaffären an. Nur durch die systematische Ausbeutung der Gastgeberländer kann die FIFA solch hohe Gewinne erwirtschaften. Welcher gemeinnützige Verein tut das?
 
Wir, die Jungen Grünen, verurteilen diesen Ablasshandel. Wir fordern die Stadt Zürich auf, die FIFA endlich korrekt zu besteuern. Die Stadt Zürich darf angesichts der undemokratischen Machenschaften dieser Organisation nicht wegschauen und somit dazu beitragen, dass Gastgeberländer wie Südafrika, Brasilien oder Russland weiterhin systematisch ausgebeutet werden. Ausserdem sollten die 17 Millionen direkt in die Jugend anstatt in Kunstrasen investiert werden. Es wäre besser, über andere Formen der Förderung nachzudenken, beispielsweise über eine Entschädigung der Freiwilligenarbeit.