Sie erinnern sich an die Diskussion während der Abstimmung zur Tangente.
Ein zentrales Argument war damals: jetzt haben wir in der Vergangenheit sehr viel für den öV getan, jetzt müssen wir endlich etwas für die Strassen tun.
 
Wir haben das damals gekontert mit den geplanten Investitionen für grosse Strassenprojekte und mit den vergleichsweise günstigen Kosten für die Stadtbahn. So hat deren Bau den Kanton nur etwa die Hälfte der Ausgaben für die Nordzufahrt gekostet.
 
Wenn Sie nun den Finanzplan auf Seite 9 zur Hand nehmen,  dann können sie feststellen, dass ab 2012 ein zunehmendes Delta zugunsten des Strassenbaus gegenüber öV und Langsamverkehr  zu verzeichnen ist.
 
2012 rund 19 Mio
2013 rund 36 Mio
2014 rund 58 Mio
 
2011 ist ein Ausnahmejahr, da sind 3.4 Mio mehr für den öV geplant.
 
Von 2012 bis 2014 also 168 Mio für die Strassen und 58 Mio für öV und Langsamverkehr (Velo und zu Fuss)
 
Wenn sie zurückschauen, dann haben sie seit 2005 ähnliche Verhältnisse. 2004 war das einzige Jahr, wo der öV im Plus war wegen dem Bau der Stadtbahn, ansonsten immer ein deutliches Delta zugunsten des Strassenbaus.
 
Wir konstatieren also ein schnell wachsendes strukturelles Ungleichgewicht in den Investitionen in den  Strassenbau im Vergleich mit den Investitionen in den  öV und Langsamverkehr.
 
Das ist genau das Gegenteil einer klimaverträglichen und umweltschonenden Verkehrspolitik.
 
 
Martin Stuber, Kantonsrat Zug, 25.11.2010