2007 hat die Zuger Bevölkerung äusserst knapp dem grossen Strassenbauprojekt Umfahrung Cham-Hünenberg (UCH) zugestimmt. Doch es harzt in der Umsetzung und es kommen immer neue, zum Zeitpunkt der Abstimmung fürs Stimmvolk noch nicht bekannte, Fakten auf den Tisch.

Im kantonalen Richtplan von 2004 wurde der Landverbrauch der Landwirtschaftszone für die UCH mit 111‘000 m2 angegeben. Diese Fläche floss 2009, zwei Jahre nach der Abstimmung über die Planung und die Realisation, in die Berechnung des Mehraufwands für den Landerwerb ein (gestiegene Bodenentschädigung für kantonale Bauvorhaben in der Landwirtschaftszone von Fr. 20.- auf Fr. 80.- pro Quadratmeter; Kantonsratsvorlage Nr. 1773.4). Die notwendige Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgte erst mit dem Projektgenehmigungsverfahren. Zudem sind die für den Bau der UCH erforderlichen flankierenden Massnahmen noch nicht über die öffentliche Auflagephase hinausgekommen, weil nach wie vor Einsprachen hängig sind. Diese Ausganslage hat die Kantonsräte der Alternativen – die Grünen Ivo Egger (Baar), Hanni Schriber-Neiger (Risch) und Esther Haas (Cham) dazu bewogen, der Zuger Regierung kritische Fragen zum Stand des Projekts, den hängigen Beschwerdeverfahren sowie Grundlegendes zu stellen. Die ALG will damit erreichen, dass die umweltrechtliche und finanzielle Konformität des Projekts zum Zeitpunkt der Abstimmung im Vergleich zum heutigen Projektstand unter die Lupe genommen wird.