für den Kantonsrat vom 16. Dezember 2021

Regierungsrat stimmt nun doch unserem Anliegen zu
Vor einem Jahr habe ich mit weiteren Personen aus der Mitte und der SP ein Postulat betreffend Vermeidung schädlicher Lichteinwirkung eingereicht. Es freut uns, dass der Regierungsrat das Postulat nun als erheblich erklärt. Dies nachdem es noch vor 1.5 Jahren im Rahmen einer Interpellation zum selben Thema vom Regierungsrat noch ganz anders klangt. Damals schrieb er, dass das ökologisch schädliche, blau-weisse Licht mit 4’000 Kelvin aus Sicherheitsgründen nötig sei. Unsere Argumente, die dagegen sprachen, schienen ignoriert zu werden. Nun nennt der Regierungsrat in der Beantwortung des Postulats unsere Argumente und er stimmt uns zu.
Unsere Forderungen, ein neues Beleuchtungskonzept zu schaffen und nur noch höchstens 3’000 Kelvin zu nutzen, wurden bereits umgesetzt. Ebenso scheinen Gemeinden genügend Unterstützung zu erhalten. Das Postulat kann somit als erledigt abgeschrieben werden. Wir bleiben aber am Thema dran, damit an sensiblen Orten wie neben Waldrändern oder in Quartieren auch weniger als die maximalen 3’000 Kelvin eingesetzt wird. Denn dies ist teilweise auch noch zu grell für Mensch und Natur.

Stéphanie Vuichard, Kantonsrätin, 079 816 49 89

 

 

 

 

Kinderbetreuung und tatsächliche Gleichstellung
Im Kanton Zug kann ein Kinderdrittbetreuungskostenabzug gemäss Steuergesetz von höchstens CHF 6’000.– pro Kind und Jahr geltend gemacht werden. Der zulässige Abzug ist somit tiefer als der Abzug bei der Bundessteuer. Dies soll geändert werden!
Zur tatsächlichen Gleichberechtigung und Chancengleichheit ist es nötig, dass finanzielle Nachteile für berufstätige Eltern beseitig werden. Eine erfolgreiche Berufstätigkeit soll für beide Elternteile möglich sein, nicht nur für einen – traditionellerweise tritt die Mutter beruflich etwas kürzer, wenn ein Paar ein Kind bekommt. Wir wollen, dass Familien steuerlich nicht „bestraft“ werden, wenn beide Elternteile berufstätig bleiben, und zwar auch mit höheren Arbeitspensen.
Damit das des Familienmodell tatsächlich auf einer freien Wahl basiert und nicht durch ein finanzielles Korsett auf ein bestimmtes Modell reduziert wird, braucht es bei der Kinderbetreuung entsprechende Rahmenbedingungen, auch in steuerlichen Belangen. Wir fordern, dass die ganzen tatsächlichen Auslagen für die Kinderdrittbetreuung abgezogen werden können.
Eine stärkere Erwerbstätigkeit von Frauen hat neben dieser gesellschaftlichen Komponente noch weitere handfeste volkswirtschaftliche Vorteile: Wenn wir schon viel investieren in einen hohen Ausbildungsstand der Frauen und Männer, dann macht es auch Sinn, dass wir diese Potentiale aller Mütter und Väter in unserer Wirtschaft nutzen und nicht nur über den Fachkräftemangel klagen. Der Kinderdrittbetreuungsabzug soll darum erhöht werden und im Rahmen der nächsten Steuergesetzanpassung auf die effektiven Ausgaben resp. mindestens auf 25’000.- Franken pro Kind und Jahr. Der Kantonsrat wird über die Erheblicherklärung befinden.

Tabea Zimmermann Gibson, Kantonsrätin, 076 566 67 55