Vorlage 2991: Verschiedene Richtplananpassungen
Nein zu den Autobahn-Halbanschlüssen in Rotkreuz Süd und Steinhausen
Der Autobahn-Halbanschluss Rotkreuz Süd an der Buonaserstrasse zwischen Rotkreuz und Buonas ist bloss eine Verlagerung des Pendler-Verkehrs. Alle vier Dörfer der Gemeinde Risch werden durch zusätzlichen Durchgangsverkehr noch mehr belastet und die Lebensqualität und die Sicherheit beeinträchtigt. Dies sieht auch die Fraktion der Alternativen-die Grünen so.
Die Buonaserstrasse ist für Rotkreuz die «Lebensader» und Dorf-Strasse schlechthin. Erst vor einigen Jahren wurde der Dorfkern mit einer Tempo 20 verkehrsberuhigt. Die betroffene Strasse ist der Schulweg für die Kinder der Oberstufen aus den Dörfern Buonas und Risch. Ebenso sind Kindergarten, Schulen, Altersheim, Sportplätze, Sporthallen, Schwimmbad, Dorfplatz mit Bahnhof und weitere wichtige Institutionen an dieser Dorf-Strasse. Der massive Mehrverkehr durch einen Autobahn-Halbanschluss Rotkreuz Süd erhöht auch die Lärm- und Luftbelastung für die vielen AnwohnerInnen und Sporttreibenden. Dass die Rischer Bevölkerung diesen Halbanschluss «Rotkreuz Süd» nicht will, unterstreicht sie mit der Petition von mehr als 1000 Unterschriften, die vor gut einem Jahr dem Rischer Gemeinderat eingereicht wurde.
Ebenfalls will die ALG keinen Halbanschluss in Steinhausen sowie auch keine Verlängerung der General-Guisan-Strasse. Wir unterstützen einen leistungsfähigen ÖV mit einem attraktiven Angebot. Ebenso sieht die ALG beim Radstreckennetz Verbesserungspotenzial u. a. im Gebiet Steinhausen-Blickensdorf. Die Veloroute nach Kappel muss gemäss Variante der Kommission resp. bisherigem Richtplan-Eintrag vorangetrieben werden. Der Modalsplit soll sich ändern und der ÖV, wie Velo- und Fussverkehr zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs erhöht werden. Der Kanton ist hier in der Pflicht, sich für eine nachhaltige Mobilität zuengagieren.
Hanni Schriber-Neiger, KR ALG, 079 123 33 21

Petition Frauen*streik Manifest
Das Frauenstreikkomitee reichte am Frauenstreiktag am 14. Juni 2019 ein Manifest mit vielfältigen Forderungen ein, da die tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau auch im Kanton Zug noch lange nicht erreicht ist. Die ALG stellt mit Bedauern fest, dass aus der Stellungnahme zu diesem Manifest eine stark abwehrende Haltung erkennbar ist. So wird säuberlich aufgelistet, wo Regierung und Kantonsrat „nicht zuständig“ oder welche Lösungsansätze schon vorhanden sind. Dort, wo Regierung und Kantonsrat eindeutig zuständig sind wie beispielsweise bei der geforderten Wiedereinführung des kantonalen Gleichstellungsbüros oder der Gleichstellungskommission wird kurzbündig erklärt, dafür bestehe keine Notwendigkeit. Die ALG wird somit weiterhin die tatsächliche Gleichstellung einfordern, da nur mit der ständigen Sensibilisierung in diesem Bereich erkennbare Verbesserungen erzielt werden können.
Tabea Zimmermann Gibson, ALG Zug, 076 566 67 55

Interpellation von Ivo Egger, Andreas Hürlimann und Anastas Odermatt betreffend Mobilfunkstrahlenbelastung im Kanton Zug
5G-Technologie: Kontrollen weiterführen und intensivieren
Im Hinblick auf die neuste Mobilfunktechnologie 5G wurden der Zuger Regierung einige technische sowie aufsichtsrechtliche Fragen gestellt. Resultat: Dem Kanton sind faktisch die Hände gebunden für präventive Massnahmen, da der Bund für die entsprechende Gesetzgebung alleine zuständig ist. Die Regierung empfiehlt den Gemeinden als Baubewilligungsbehörde dennoch eine einschränkende Bewilligungspraxis für adaptive Antennen – das ist ein zielführendes Vorgehen. Zudem scheint das kantonale Amt für Umwelt bereits alle Kontrollmöglichkeiten auszuschöpfen. Wir hoffen gerade hinsichtlich des 5G-Rollouts, dass die Kontrollen weitergeführt oder sogar intensiviert werden.
Ivo Egger, 079 718 87 85

Interpellation von Stéphanie Vuichard, Marianne Hess und Andreas Lustenberger betreffend Anstrengungen des Kantons zur Vermeidung von schädlicher und lästiger Lichteinwirkung
Problematik von schädlicher Lichteinwirkung wird unterschätzt
Der Kanton hat ein paar gute Ansätze zur Reduktion der Lichtverschmutzung. Leider sieht er bei der Problematik der zu hohen Farbtemperatur keinen Handlungsbedarf. Eine hohe Farbtemperatur von über 3’000 Kelvin ist ein blau-weisses Licht, das wir oft als grell und störend empfinden. Es kann auch zu Schlafstörungen führen, wenn es z.B. vom Aussenraum ins Schlafzimmer gelangt. Für die Natur sind die hohen Farbtemperaturen noch viel gravierender. Insekten werden angezogen, Amphibien erstarren im Lichtkegel, Pflanzen im künstlichen Licht werden kaum mehr bestäubt etc. Der Regierungsrat findet, dass es 4’000 Kelvin Strassenleuchten aus Sicherheitsgründen braucht – doch die alten Natrium-Hochdruckdampflampen mit lediglich 1’800 Kelvin führten nicht zu mehr Unfällen (?!) Für die Sicherheit sind andere Faktoren viel entscheidender, wie das allgemeine Lichtambiente. Zudem blendet diese einseitig anthropozentrische Gewichtung das Umweltschutzgesetz (USG) komplett aus.
Stephanie Vuichard, 079 816 49 89