Motion von Andreas Lustenberger, Tabea Zimmermann Gibson, Anastas Odermatt und Stéphanie Vuichard betreffend ökologische Folgen von Kantons- und Regierungsratsgeschäften

Ohne Wissen keine klugen Entscheidungen: Ökologische Auswirkungen von politischen Geschäften müssen stets mitbedacht werden

Liest man den Bericht und Antrag des Regierungsrats, scheint eigentlich alles im Lot zu sein: er sieht keinen Handlungsbedarf. Dabei erwähnt er unter anderem den «Cercle Indicateurs», eine Art nationale Nachhaltigkeitsbeurteilung, in dem der Kanton Zug gut abschneidet. Dass dabei wichtige Indikatoren im Umweltbereich nicht wirklich gemessen wurden, lässt er aber aus. Klimawandel und Biodiversitätsverlust sind grosse Probleme, die wir dringend mit mehreren neuen Massnahmen anpacken müssen. Der erste Schritt dazu ist Wissen. Erst wenn Regierungs- und Kantonsrat wissen, was für Auswirkungen auf Klima und Umwelt ein Geschäft hat, kann man eine kluge Entscheidung treffen. Für die finanziellen Auswirkungen wird das schon gemacht. Wieso sollte die Umwelt einen tieferen Stellenwert haben und nicht auch gleich berücksichtigt werden? Dies wäre eine Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung.

 

Interpellation von Ivo Egger, Andreas Hürlimann und Anastas Odermatt betreffend Mobilfunkstrahlenbelastung im Kanton Zug

5G-Technologie: Kontrollen weiterführen und intensivieren

Im Hinblick auf die neuste Mobilfunktechnologie 5G wurden der Zuger Regierung einige technische sowie aufsichtsrechtliche Fragen gestellt. Resultat: Dem Kanton sind faktisch die Hände gebunden für präventive Massnahmen, da der Bund für die entsprechende Gesetzgebung alleine zuständig ist. Die Regierung empfiehlt den Gemeinden als Baubewilligungsbehörde dennoch eine einschränkende Bewilligungspraxis für adaptive Antennen – das ist ein zielführendes Vorgehen. Zudem scheint das kantonale Amt für Umwelt bereits alle Kontrollmöglichkeiten auszuschöpfen. Wir hoffen gerade hinsichtlich des 5G-Rollouts, dass die Kontrollen weitergeführt oder intensiviert werden.

 

Interpellation von Stéphanie Vuichard, Marianne Hess und Andreas Lustenberger betreffend Anstrengungen des Kantons zur Vermeidung von schädlicher und lästiger Lichteinwirkung

Problematik von schädlicher Lichteinwirkung wird unterschätzt

Der Kanton hat ein paar gute Ansätze zur Reduktion der Lichtverschmutzung. Leider sieht er bei der Problematik der zu hohen Farbtemperatur keinen Handlungsbedarf. Eine hohe Farbtemperatur von über 3’000 Kelvin ist ein blau-weisses Licht, das wir oft als grell und störend empfinden. Es kann auch zu Schlafstörungen führen, wenn es z.B. vom Aussenraum ins Schlafzimmer gelangt. Für die Natur sind die hohen Farbtemperaturen noch viel gravierender. Insekten werden angezogen, Amphibien erstarren im Lichtkegel, Pflanzen im künstlichen Licht werden kaum mehr bestäubt etc. Der Regierungsrat findet, dass es 4’000 Kelvin Strassenleuchten aus Sicherheitsgründen braucht – doch die alten Natrium-Hochdruckdampflampen mit lediglich 1’800 Kelvin führten nicht zu mehr Unfällen (?!) Für die Sicherheit sind andere Faktoren viel entscheidender, wie das allgemeine Lichtambiente. Zudem blendet diese einseitig anthropozentrische Gewichtung das Umweltschutzgesetz (USG) komplett aus.