Doppelspur-Bahnstrecke Walchwil:  Günstiger, schneller und besser – dank Ausweichstelle Murpfli
Die AGF will grossmehrheitlich die Doppelspur-Ausweichstelle beim Murpfli und nicht mitten im Dorf Walchwil. Sie ist günstiger (einfacheres Gelände). Die WalchwilerInnen werden weniger belastet (Baulärm, Bahntrassee bis in den Vorgarten). Es braucht keine zweijährige Streckensperrung (notabene genau zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels). Und: Damit gibt es 3 statt 2 Ausweichstellen – so können die Züge bei Verspätungen flexibler kreuzen und vor allem ist es möglich, dass die Stadtbahn im Halbstundentakt nach Arth-Goldau fährt (bessere Anschlüsse Richtung Rigi, Gotthard, Rapperswil). Als Zumutung empfindet die AGF die leere Drohung der SBB, die durchgehende Doppelspur zwischen Cham und Rotkreuz erst viel später fertig zu bauen sowie sich nicht an den Murpfli-Kosten zu beteiligen, falls in Walchwil nicht die Regierungsvariante durchkomme. Falls der Kantonsrat die Ausweichstelle Murpfli nicht will, dann stimmt die AGF mehrheitlich gegen die gesamte Richtplanänderung.
 
 
Kein Planungs- und Baustopp bei den kantonalen Schulen

Die Regierung will während der Phase der Neuorientierung bei den kantonalen Mittelschulen einen totalen Baustopp für alle kantonalen Schulen. Die Folge: An der Kanti Zug und am kgm in Menzingen würde während 10 bis 12 Jahren in nicht optimalen und teuren (50 Millionen!) Provisorien unterrichtet. Verheerend ist, dass dieser Vorschlag des Regierungsrates auch SchülerInnen, Eltern, Lehrpersonen von 5 weiteren kantonalen Schulen hart trifft. Die Fachmittelschule FMS, die Wirtschaftsmittelschule WMS, das Kombinierte und das Integrierte Brückenangebot sowie das gewerblich-industrielle Bildungszentrum würden auch nicht erweitert bzw. erneuert. Das ist umso stossender, weil nach dem Richtungsentscheid des Kantonsrats im 2008 für all diese kantonalen Schulen mit viel Steuergeld (13 Millionen plus riesiger interner Zeitaufwand) die dringend nötige Schulbauten faktisch fertig geplant und baureif sind. Es ist wohl kaum im Sinne der Cham-Befürworter, rund 70 Millionen Franken in den Sand zu setzen, alles zu blockieren und eine kantonale Schulraumnot hervorzurufen (gerade die Kanti platzt mit heute 77 Klassen aus allen Nähten).
 
Die AGF fordert daher die anderen Partien auf, das eine zu tun (geplante Schulen bauen) und das andere nicht zu lassen (Cham sichern und planen). Für 2020 rechnet der Kanton mit 117 Mittelschulklassen (heute 105). Auch wenn die Bauprojekte für das kgm (24 Klassen), die FMS/WMS (23 Klassen) sofort umgesetzt werden, braucht es im Ennetsee eine dritte Mittelschule. Bereits 2020 wäre  dort Schulraum für 15 Klassen notwendig. Denn die Kanti war und ist für 55 Klassen vorgesehen und nicht für 70 und mehr. Künftiges Wachstum könnte also in Cham abgefedert werden.
 
Unabhängig vom Entscheid begrüssen die Alternativen – die Grünen, dass in Zug endlich eine inhaltliche bildungspolitische Debatte geführt wird, welche Schulprofile Zug in der Ober- und Mittelstufe anbieten soll.
 
 
Jahresrechnung und Ertragsüberschuss

Nur aufgrund von Einmaleffekten schloss die Rechnung 2011 des Kantons mit einem Überschuss von 85 Millionen Franken ab. Darum warnen die Alternativen – die Grünen, dass weitere Steuersenkungen ins Auge gefasst werden, denn diese führen nur zu höheren NFA-Rechnungen und verteuern das Leben der Mehrheit der Bevölkerung zusätzlich. Zug muss seine anderen Standortfaktoren wie Bildung, Umwelt, ÖV pflegen und braucht dafür Geld. Auch soll Zug mit Geldern für Infrastrukturprojekte (wie z.B. 500 Millionen für das neue Verwaltungsgebäude) nicht leichtfertig umgehen. Dennoch: Zug hat gesunde Finanzen. Darum wehrt sich die AGF dagegen, dass der Kanton trotz gesunder Finanzlage die Renten kürzen und die Pensionskassenbeiträge der Versicherten erhöhen will. Wir fordern den Kanton auch auf, den Markt und die Rahmenbedingungen nicht primär zugunsten Wohlhabender und privilegierter Firmen zu beeinflussen, sondern stärker die Bedürfnisse der Bevölkerung nach zahlbarem Wohnen, guten und zahlbaren Leistungen für Familien zu beachten.
 
Traditionell finanziert der Kanton bei Überschüssen Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Die Alternativen werden eine Verdoppelung des Betrags auf total 1,4 Millionen Franken. Der global vernetzte Wirtschaftsstandort, der auch von der Geschäftstätigkeit von Firmen in den ärmsten Ländern profitiert, darf und muss hier mehr Verantwortung übernehmen.
 
 
Fruchtfolgeflächen

Die regierungsrätliche Antwort zeigt, dass die Landwirtschaft und insbesonders die Fruchtfolgeflächen im stark überbauten Kanton Zug massiv unter Druck sind. Gerade auch der geplante Golfplatz oberhalb von Baar vernichtet solch wertvolles Landwirtschaftsland unwiederbringlich. Die Regierung muss darum die Bäuerinnen und Bauern sowie die Zuger Landwirtschaft besser schützen.
 
 
Zusatzkredit Stadttunnel
Die AGF ist für den Stadttunnel und kritisiert den Baudirektor, dass er dieses Projekt mit dem Zusatzkredit in negative Schlagzeilen bringt. Der Baudirektor scheint vom eigenen Tempo überfordert. Zuerst peitscht er den Kredit von 3,4 Millionen zur Ausarbeitung des generellen Projekts für den Stadttunnel in einem beschleunigten Verfahren im Februar 2012 durch Kommission und Kantonsrat und 1 Monat später beantragt er bereits einen Zusatzkredit von 1,55 Millionen. Für die Aufstockung gibt es keine neuen Fakten, die nicht schon im Februar bekannt gewesen wären. Dass Burn-outs und Kündigungen bei Drittfirmen als Grund für höhere Kosten angegeben wird, spricht für sich. Grund zur Nachbesserung ist letztlich einzig die schludrige und übereilte erste Vorlage. Die AGF ist gegen den Zusatzkredit und fordert die Baudirektion auf, mit Finanzen und Ressourcen haushälterischer umzugehen.
 
 
Elektronische Abstimmungsanlage im Kantonsratssaal
Die über 10 Jahre alte Forderung der Alternativen – die Grünen nach einer elektronischen Abstimmungsanlage kommt nun endlich in den Rat. Die AGF sagt Ja, weil so die Bevölkerung transparent über das Abstimmungsverhalten der gewählten VolksvertreterInnen informiert wird. Zudem wird der Ratsbetrieb effizienter.
 
 
Familienzulagen

Die AGF unterstützt das Prinzip 1 Kind 1 Zulage und befürwortet die Vorlage.
 
 
Zentralschweizer Fachhochschul-Konkordat
Die AGF stimmt der Vereinbarung zu. So werden für Zugs Studierende gute Voraussetzungen geschaffen.
 
 
Erweiterungsneubau Malerei/Ablaugerei Bostadel

Die AGF stimmt dem Bau zu, ermöglicht dieser doch eine sinnvolle Beschäftigung für die Insassen.
 
 
Für die Fraktion Alternative – die Grünen
Stefan Gisler, Fraktionspräsident