Doppelspur-Bahnstrecke Zug – Arth-Goldau
Günstiger, schneller und besser – dank Ausweichstelle Murpfli
Es ist unverständlich, dass die Zuger Regierung sich nicht für einen Bahn-Doppelspurausbau zwischen Zug und Arth-Goldau einsetzt, der nicht nur für Schnellzüge, sondern zusätzlich für die Stadtbahn Vorteile bringt. Die Alternative Grüne Fraktion unterstützt nach intensiver Diskussion grossmehrheitlich den Antrag des Minderheitsberichtes mit der Variante Ausweichstelle Murpfli. Sie entspricht den Hauptanliegen der Fraktion: Die Geldmittel werden effizienter verwendet, Zug erhält ein besseres Regionalverkehrsangebot, der Umbau erfolgt ohne Streckensperrung. Die Regierung muss sich bei Bund und SBB für die bessere Lösung einsetzen.
 
Der durchgehende Halbstundentakt der Stadtbahn von Baar-Lindenpark bis Arth-Goldau (S2) wird nur mit der Variante Murpfli möglich – dies ohne den Fernverkehr zu tangieren. Mit der Regierungsvariante endet jede zweite Stadtbahn in Walchwil und bleibt dort lange stehen, bevor sie wieder zurückfährt.
 
Auch betrieblich sehen wir Vorteile: statt 1 kurzen (Oberwil) und 1 langen (Walchwil) Doppelspur-Ausweichstelle zwischen Zug und Arth-Goldau wird es dank dem Murpfli 3 Ausweichstellen geben: 1 kurze (Oberwil) und 2 mittellange (der heutige Bahnhof Walchwil plus das neue Murpfli). Dies schafft mehr Flexibilität als die Regierungsvariante zum Kreuzen der Stadtbahn mit Schnellzügen bei Verspätungen.
 
Das kürzere Murpfli in einfacherem Gelände wird voraussichtlich günstiger gebaut werden können, als die Regierungsvariante mitten durch eng bebautes Gebiet in Walchwil in steilem von Bächen durchzogenem Gelände – auch wird der Baulärm nicht so viele WalchwilerInnen treffen.
 
Kein Verständnis hat die AGF für die 2-jährige Vollsperrung eines wichtigen Abschnittes der Nord-Süd-Bahnstrecke – dies exakt im Moment der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Dezember 2016. Diese Sperrung, die ein gefährliches Präjudiz für künftige Streckensperrungen in der Schweiz darstellt, wird offensichtlich durch den Neubau der 1,7-km-Doppelspur nördlich des Bahnhofes Walchwil ausgelöst. Die Substanzerhaltungsmassnahmen und die Doppelstock-Ertüchtigung der Strecken Zug–Arth-Goldau erfordern diese Sperre nicht. Das liesse sich wie andernorts im laufenden Betrieb resp. mit kurzen temporären Sperrungen machen. Der Neubau der Ausweichstelle Murpfli dürfte angesichts des Geländes zum grösseren Teil im laufenden Betrieb mit einer relativ kurzen Langsamfahrstelle erfolgen können.
 
Als Zumutung empfindet die AGF die Drohung der SBB, die durchgehende Doppelspur zwischen Cham und Rotkreuz erst viel später fertig zu bauen, falls in Walchwil nicht die Regierungsvariante mit der zweijährigen Streckensperrung durchkomme. Und die Drohung, die Variante Murpfli müsste der Kanton bezahlen (obwohl sie ja auch dem Fernverkehr nützt), ist sachlich unhaltbar. Der Kanton Zug darf sich nicht erpressen lassen.
 
 
Kein Planungs- und Baustopp bei den kantonalen Schulen
Die AGF steht ein für gute Bildung – dazu braucht es Planungssicherheit für die bestehenden kantonalen Schulen mit dem Bau des entsprechenden Schulraumangebot, wie es im 2008 vom Rat beschlossen und im Dezember 2011 bestätigt wurde. Mittels Motionen wurde im 2012 gefordert, dass neu der Standort Cham als Standort für eine Mittelschule in Betracht gezogen wird. Doch die Regierung schüttet das Kind mit dem Bade aus und will den Bau der fast fertig geplanten für die anderen kantonalen Schulen einstellen. Die Brückenangebote KBA und IBA,  die gewerblich-industrielle Berufsschule, die Fachmittelschule und für die Wirtschaftsmittelschule, aber auch das Kulturzentrum Theilerhaus würden so die dringend benötigen Räume nicht erhalten. Die Kanti in Zug und das kgm in Menzingen würden nur „Provisorien“ erhalten, die jedoch mehr als 10 Jahre herhalten sollen. Das ist unhaltbar und verunsichert Schüler, Eltern und Lehrerschaft. Zudem werden so 60 bis 70 Millionen ohne Mehrwert in den Sand gesetzt.
 
Die AGF wendet sich gegen die Erheblich-Erklärung beider Motionen – mit einer Ausnahme. Die Motion der Menzinger Kantonsräte, welche eine Neubeurteilung der Mittelschulstandorte im Sinne einer Ergänzung von Menzingen und Zug mit einem dritten Standort Cham verlangt ist erheblich zu erklären. Das eine tun (Bauen von nötig), das andere nicht lassen (Planen wo möglich). Denn selbst, wenn die Mittelschulen in Zug und Menzingen sowie die anderen kantonalen Schulen ausgebaut werden, soll sich der Kanton den Standort Cham für eine kantonale Schule raumplanerisch sichern und langfristig planen, was dort entstehen könnte. Der zusätzliche Bedarf wird durch den stark wachsenden Ennetsee gegeben sein und auch könnten die Kantone Luzern und Aargau mit ins Boot geholt werden für eine Ennetsee-Kanti.
 
Gesellschaft und Wirtschaft brauchen bewährte Kinderbetreuung
Firmen, Familien, ja selbst bürgerliche Parteien wie CVP und FDP fordern eine  qualitativ gute familienergänzende Kinderbetreuung. Die Zuger Gemeinden haben in den letzten Jahren unter dem bis Ende 2012 geltenden Kinderbetreuungsgesetz gute Angebote aufgebaut. Alle wünschen, dass dieses Gesetz nun in einer optimierten Variante unbefristet gelten soll, damit gewährleistet ist, dass Kinder auch künftig ausserhalb der Familie gut betreut werden. Dass sich nun nebst SVP-Hardlinern auch einige andere bürgerliche Politiker gegen die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte, welche den Kanton kein zusätzliches Geld kostet, wenden, ist sachlich nicht haltbar und schadet dem Wirtschaftsstandort ebenso wie vielen Familien, die auf eine Betreuung angewiesen sind.
 
Rohstoffmultis
Der Rohstoffhandel schreibt global und auch in Zug immer wieder negative Schlagzeilen. Menschenrechte werden verletzt und die Natur zerstört. Zudem entziehen die Multis den ärmsten Ländern mittels Steuerflucht wichtige Gelder für Bildung, Gesundheit, Ernährung. Zugs Politik darf nicht weiter Steuermillionen einstreichen und gleichzeit vor den negativen Folgen und der möglichen Rufschädigung des Kantons die Augen verschliessen. Sie muss Farbe bekennen für einen sauberen Wirtschaftsstandort Zug. Infos zu Rohstoff-Standort Zug erhalten Interessiert im Rahmen der Rohstoff-Stadtrundgänge von Alternativen – die Grünen und der Erklärung von Bern: www.alternative-zug.ch 
Ja zu Lüssihaus
Die AGF stimmt dem Kredit für das Lüssihaus in Baar einstimmig zu. Die Gesellschaft steht in der Verantwortung drogenkranke Menschen angemessen zu stützen.
 
Fruchtfolgeflächen
Die AGF ist nicht zufrieden mit der regierungsrätlichen Antwort. Die Landwirtschaft und insbesonders die wertvollen Fruchtfolgeflächen sind im bauwütigen Kanton Zug massiv unter Druck. Gerade der Golfplatz oberhalb von Baar sorgt für die Zerstörung solchen Landes. Die Regierung muss die Landwirtschaft besser schützen.
 
Fraktionsausflug: Lieber grasende Kühe als mähende Greenkeeper
Der Fraktionsausflug führt die Alternative – die Grünen zum Milchsuppenstein. Dort in Baar und im angrenzenden Hausen und Kappel soll mitten in wertvollem Landwirtschaftsland ein Golfplatz entstehen. Die Fraktion wandert dort, solange es noch möglich ist und lässt sich von lokalen Bauern, die Wichtigkeit der Landwirtschaft und der Fruchtfolgeflächen für den Kanton Zug erklären.