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Geografische Zweiklassen-Gesellschaft in Hünenberg?

Hünenberg gilt als familienfreundliche Gemeinde. Doch dieses Versprechen verpufft für Familien von Hünenberg See: Erfahrungsbericht eines Familienvaters.

Keine Frage, das Seegebiet hat einige Vorzüge für Familien: Beispielsweise die S-Bahnhaltestellen, die Seebadi sowie Schulhäuser in sympathischer Gehdistanz. Beim Thema Kleinkinder sieht die Situation allerdings nicht mehr ganz so erfreulich aus. Meine Frau und ich, beide im Teilzeitpensum berufstätig, sind trotz guter Organisation auf Fremdbetreuung für unsere Tochter angewiesen. Wer sich mit den Kosten für eine Kita auseinandersetzt, schluckt zunächst heftig: Diese Art der Betreuung belastet das Familienbudget erheblich.

Von Freunden wissen wir, dass es die Möglichkeit zum Bezug von Betreuungsgutscheinen zur vergünstigten Nutzung von Kitas gibt. Dies zumindest für Cham sowie den Gemeinden Baar und Steinhausen. Dank diesem einfachen System erhalten alle Familien Zugang zu bezahlbaren Betreuungsplätzen und profitieren von einer bedarfsgerechten Unterstützung. Und was bietet Hünenberg? Mein Nachfragen ergibt, dass es lediglich im Dorf eine subventionierte Kita namens TEIKI gibt.

In der Seeregion existieren zwei Kitas, jedoch ohne finanzielle Unterstützung der Gemeinde. Zudem hat das Chinderhuus Cham am Enikerweg einen neuen Standort aufgebaut, der von uns im Kinderwagenradumdrehen erreicht werden kann. Als Hünenberger erhalten wir dort keine Ermässigung, wenngleich die Nähe oft der Grund ist, sich für Alltägliches nach Cham zu orientieren.

Die Erwartung von uns Eltern ist eine faire, finanzielle Unterstützung im gesamten Gemeindegebiet. Der Weg ins Dorf mit dem ÖV ist keine zeitliche Option, die mit dem Auto zudem ökologisch unsinnig. Eine weitere Lösung, anknüpfend am Beispiel des Schulhauses Eichmatt, wäre eine Kooperation mit der Gemeinde Cham: Grenzüberschreitend, sozial und logisch.

Wie lange müssen wir Eltern der Seeregion noch auf eine faire Lösung mit Betreuungsgutscheinen warten?

Für das Grüne Forum Hünenberg im März 2018 (Publikation ZugerWoche vom 14.3.)

Phil Eicher (Mitglied des Vorstands)