Relativ deutlich mit 86 zu 64 Stimmen hat der Nationalrat am letzten Montag beschlossen, die Gewissensprüfung beim Zivildienst abzuschaffen. Wie bereits der Ständerat ist er zur Einsicht gelangt, dass sich Gewissen nicht prüfen lassen. Junge Menschen, die bereit sind, einen zivilen Dienst zu leisten, der anderthalb mal so lange dauert wie der Militärdienst, beweisen mit ihrer Tat, dass sie aus Gewissensgründen nicht in die Armee wollen. Dies gilt um so mehr, als es heute nicht allzu schwierig ist, sich über den „blauen Weg“ von der Militärpflicht zu befreien. Es ist deshalb kein Wunder, werden praktisch alle Zivildienstgesuche bewilligt. Zudem kann mit der Abschaffung der Gewissensprüfung sinnlos verschleudertes Geld eingespart werden, weil das geltende Zulassungsverfahren sehr aufwändig ist. Vor zwei Jahren rechnete der Bundesrat vor, dass es 2003 6,6 Millionen Franken gekostet habe. Enttäuschend ist, dass von den drei Zuger Nationalräten nur der Alternative für die Abschaffung der unwürdigen Gewissensprüfung gestimmt hat. Dies erstaunt um so mehr, als die grosse Mehrheit der CVP-Fraktion mit den Grünen und Sozialdemokraten gestimmt hat.