Leserbrief zur Abstimmung über die 2. Röhre von Anastas Odermatt, Kantonsrat Grüne

Am nächsten Sonntag wird unter anderem über eine weitere Gotthardröhre abgestimmt. Lagen die Befürworter in Umfragen zu Beginn voraus, wird es nun knapp – zu recht! – denn die Nachteile:
 
Erstens würde ein zweiter Gotthardtunnel mehr Verkehr anziehen, vor allem mehr Transitlastwagen. Sobald die zweite Röhre befahrbar wäre, würde in In- und Ausland Druck aufgebaut werden, alle vier Spuren zu öffnen – und sie würden geöffnet – alles andere ist Augenwischerei. Langfristig würde damit der in der Verfassung verankerte Alpenschutz ausgehebelt. Der Mehrverkehr würde aber nicht nur am Gotthard, sondern auch in den Zubringer-Regionen zu spüren sein, daher in der Leventina und der Zentralschweiz.

Zweitens sollten eben diese Transitlastwagen mittels Neat auf die Bahn verlagert werden. Die NEAT hat uns über 20 Milliarden Franken gekostet. Nun soll, bevor die NEAT abgeschlossen ist, schon wieder ein neuer Tunnel beschlossen werden. Laut Informationen des Bundes muss der Gotthardtunnel aus heutiger Sicht nicht vor 2035 saniert werden. Also haben wir genügend Zeit, die NEAT zum Laufen zu bringen und dann, nach der Eröffnung der NEAT, eine vernünftige Sanierungs-Lösung zu finden.
 
Und drittens: Eine zweite Gottardröhre ist falsch investiertes Geld. Anstatt die drei Milliarden Franken in eine unnötige zweite Röhre zu stecken, sollte das Geld in die Verkehrsinfrastruktur in den Agglomerationen eingesetzt werden – dort liegen unsere Verkehrsprobleme. Jede Stimme zählt – nein zu einer Gotthardröhre auf Vorrat.
 
 
Anastas Odermatt, Kantonsrat Grüne, Steinhausen