Die Befürworter des Hochhausreglements argumentieren damit, dass es bei einer Ablehnung weiterhin keine Anhaltspunkte für den Bau von Hochhäusern gäbe. Das wäre richtig, wenn die Gegner kein Reglement wünschten, dem ist aber nicht so.

Im Gegenteil: Zug braucht ein Hochhausreglement mit klaren Vorgaben und vernünftigen Begrenzungen. Nur entspricht das jetzt ausgearbeitete Reglement nicht der Kleinräumigkeit der Stadt Zug.  Uneingeschränkt soll vom Metalli bis zu Grenze der Baarer Gemeinde 80 m hohe Häuser entstehen dürfen. Das entspricht der Höhe des Parktower am Bahnhof. Dabei dürfen auch breite Hochhäuser wie das Up Town gebaut werden.

Somit wird vergessen, dass die Stadt Zug eine Kleinstadt ist und nicht Manhatten. Die Distanzen von Zone zu Zone sind gering. Zu hohe und zu breite Hochhäuser entsprechen keinem vernünftigen Massstab, welcher zur Kleinstadt passt. Die Höhenunterschiede zwischen den Zonen sind gewaltig und verlaufen nicht harmonisch. Der Übergang zur Kernstadt (Neustadt, Altstadt) erfolgt abrupt. Die Übergänge von den Hochhauszonen zur Gartenstadt und zum Guthirtquartier sind massiv. Entlang der Baarerstrasse kann sich eine 80m hohe ‚Wand‘ entwickeln. Das Reglement verhindert nicht, dass die Abendsonne im Guthirtquartier hinter 80m hohen Bauten früher verschwindet.

Die Einwohnergemeinde Baar hat eine Einwendung mit drei Anträgen an die Stadt gerichtet. Alle Anträge betreffend Volumen und Masse der verschiedenen Hochhauszonen werden durch das jetzige Hochhausreglement ignoriert. Der Heimatschutz Zug stellte den Antrag, die Hochhauszone 1 bei der Gubelstrasse zu beenden. Das Anliegen hatte keine Chance.

Deshalb stimme ich gegen das vorliegende Hochhausreglement, damit auch weiterhin in Zug die Aussicht, die Fernsicht und das Sonnenlicht in den Wohngegenden der Stadt Zug gewahrt wird. Dafür braucht es ein anderes, massvolleres Reglement.

Astrid Estermann

Erscheint in der ZugerWoche vom 15. November 2017