Zug mittendrin, ruhend und ruhig, mit ruhigem Gewissen, mag’s rundum noch so stürmen.

Ich sitze im Casino Zug zu Michael Elseners ‚FAKE ME HAPPY‘ und überlege, ob die Lüftung des Saals coronagefiltert ist, eventuell mit passender UV-Strahlung. Und – ohne fake, mein Ticket ist mitgesponsert von Glencore, die es trotz vielen Versprechungen seit Jahren nicht fertigbringt, für bessere Filteranlagen in Cerro des Pasco, Peru zu sorgen. Dort werden die Menschen krank wegen dem Schwermetall in Luft und Wasser.

Auch zum BeZug im Kunsthaus Zug gehört Glencore, zu den harmonischen Klängen der Zuger Sinfonietta, Glencore ist Teil von Zug Sports, die sich für die Förderung von Bewegung und Lebensfreude in der Region Zug einsetzen.

In meinem Umfeld gibt es einige Kulturveganer, so nenne ich sie, Kulturinteressierte, –engagierte und –schaffende, die sehr bewusst hinschauen, was sie sich einverleiben. Steht Glencore drauf, dann ist’s gestrichen. Ich verstehe sie und mag dennoch nicht so konsequent sein, die kulturellen Angebote sind einfach zu gut, um nicht Anzubeissen.

Wie wäre ich dankbar, wenn Glencore zuerst Geld in die selbstgeschaffenen Umweltkatastrophen stecken würde, wenn unsere Kulturbetriebe Geld erst annehmen, wenn die Sponsoren-Konzerne ihre Verantwortlichkeiten in den globalen Wirbelstürmen übernommen haben. Die Misstände bei Glencore sind seit Jahren gut dokumentiert, in Zug geniessen wir ruhig. Augen zu, Ohren zu und nichts sagen schon gar nicht fragen, nur weitere Sponsoring-Gesuche schreiben, die Hand ausstrecken, sich bedanken. Wir brauchen die Unterstützung, Geld ist neutral, wir nehmen und machen damit etwas Sinnvolles und fragen nicht, wo es herkommt und was auch noch darin steckt. Mit der Umsetzung der Konzernverantwortungsinitiative ist mein Gewissen tatsächlich ruhiger. Ich weiss dann, dass die mitgesponserten Zuger Freizeitvergnügen weniger Ausbeutung mitbeinhalten. Ohne fake, in echt.

 

Marianne Aepli, Menzingen