Mit dem heutigen integrativen Schulsystem wurde die Heterogenität in den Klassen zusätzlich erhöht und fordert die Lehrpersonen im Alltag stark heraus. Mit verschiedenen Fachkräften wie Heilpädagogik, Logopädie, DaZ, schulische Sozialarbeit werden Klassen je nach Bedarf unterstützt. Das ist die Realität in den heutigen Regelklassen.

Eine Integrationsklasse für Asyl- und Flüchtlingskinder auf der Primarstufe zu führen, damit hat der Regierungsrat mit Weitsicht gehandelt und die Heterogenität der Primarstufe nicht noch mehr ausgereizt. Es spricht auch dafür, dass die Bildungsqualität in den Fokus gesetzt wurde und es zeigt sich, dass es ein erfolgreicher Entscheid war, der im November 2016 umgesetzt wurde. Dies bestätigt der Bericht der Arbeitsgruppe Asyl in deren verschiedene Ämter (DI / BK und die Gemeinden) involviert sind.

Bei der Einführung der Integrationsklassen wurde mittels verfügbarer Zahlen, Annahmen und Erfahrungswerten eine Berechnung des Solidaritätsbeitrags der Gemeinden erstellt. Es war im Grundsatz aber klar, dass Zug für ihre Bereitschaft als zentraler Standort die Klassen zu führen, keine Mehrkosten tragen sollte. Heute beraten wir über Ergebnisse, die ein finanzielles Ungleichgewicht zeigen und eine Anpassung nötig machen. Die ALG ist für die Erhöhung der Pauschale um 5000.- Fr. (d.h. von 20`000.- Fr auf 25`000.- Fr.).

Dies lässt sich gut begründen:

  • Als Lehrperson hat es mich interessiert, wie diese Klasse geführt und wie auf eine erfolgreiche Integration hingearbeitet wird. Ziel ist es ja die Schülerinnen und Schüler auf eine Integration in die Regelklassen vorzubereiten. Auf Nachfrage wurde ich zu einem Schulbesuch eingeladen und bin der Einladung gefolgt.
  • Die Herausforderung für die Lehrpersonen ist sehr gross, da jedes Kind seine eigene persönliche Geschichte mitbringt.
  • Von keiner, wenig, bis guter Schulbildung ist alles da (die Alphabetisierung eine echte Herausforderung)
  • Heterogenität ist auch hier zusätzlich auszumachen
  • Es wird intensive Elternarbeit geleistet und sie werden dabei mit dem Schulsystem vertraut gemacht. Gleichzeitig findet auch die kulturelle Integration statt (z.B. Fasnacht).
  • Es ist ein grosses Kostenbewusstsein bei den Lehrpersonen vorhanden: sie arbeiten mit Senioren im Klassenzimmer, haben Praktikanten/-innen, daneben sind sie aber zwingend auf Fachlehrpersonen angewiesen.
  • Die Zielvorgabe, dass die Schülerinnen und Schüler nach einem Jahr fit sind für die Integration in die Regelklassen wird erreicht.
  • Die Erfahrung hat gezeigt, dass im Asyl- und Flüchtlingsbereich die Schülerzahlen sehr kurzfristig ändern können. Bei Überschreitung der zulässigen Höchstzahl von Schülerinnen und Schüler muss kurzfristig auch qualifiziertes Personal beigezogen werden können. Dieser Spielraum ist zur Zeit nicht gegeben. Wie sich zeigt, werden diese Mehrkosten durch die Stadt Zug getragen. Dies gilt es heute zu korrigieren.

Die Oberstufe wurde nicht in den Gesetzesartikel aufgenommen. Dies darf weiterhin nicht ausseracht gelassen werden, da der Weg in die Berufswelt nur über eine erfolgreiche Integration angestrebt werden kann. Mit dem I-B-A (Integrations-Brücken-Angebot) ist ein Angebot spezifisch für die Oberstufe vorhanden.

Mit dem «Vorjahr Basisintegration» wurde zudem eine zusätzliche Option geschaffen, um den Schwerpunkt auf die Vermittlung der deutschen Sprache zu fokussieren. Die Sprachkompetenz ist nach wie vor der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration.

Das Rektorat entscheidet, ob der Jugendliche in die Sekundarstufe der Gemeinde integriert werden kann oder ob eine Erstbeschulung im Brückenangebot erfolgen soll. Wichtig erscheint der ALG, dass das

I-B-A diese Plätze im Bedarfsfall auch zur Verfügung stellt. Die Bemühungen während der obligatorischen Schulzeit finanziell etwas einzusetzen, lohnen sich, um Kosten in Zukunft zu sparen.

Die ALG ist für eintreten, unterstützt die Regierung um die Verlängerung des Kantonsratsbeschluss um 5 Jahre, sowie den Antrag der Kommission die Monatspauschale auf 25`000.-Fr zu erhöhen.

Rita Hofer