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Interpellation betreffend BYOD-Strategie

Die Auswirkungen des Sparpakets vom Kanton im Bereich Bildung

Eltern sollen wählen: An der Kantonsschule zahlen oder unentgeltlich an die Sekundarschule!

Dies war die Meinung aus der Beantwortung der Regierung bereits zur Interpellation der ALG Anfangs Juli 2018 in Bezug auf Elternbeiträge während der obligatorischen Schulzeit. Das Untergymnasium fällt eindeutig in die obligatorische Schulzeit als Angebot für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler. Die Regierung war gar der Meinung es sei zumutbar die Oberstufe an der Sekundarschule zu besuchen und dies hätte keine Nachteile für die spätere berufliche Laufbahn! Im aktuellen Bericht vertritt die Regierung weiterhin diese Meinung, dass das Untergymnasium nicht in diesen Schutzbereich falle. Die Bundesverfassung gelte nur für die Primar- und Sekundarschule.

Die Frage scheint berechtigt zu sein: Warum braucht es dann noch eine Kanti Röhrliberg, wenn doch die Sekundarschule auch genügt? Ja, was sind dann die Gründe, dass die Regierung überhaupt am Untergymnasium festhält?

Im Bereich der obligatorischen Schulzeit sind der finanziellen Mitbeteiligung der Eltern aufgrund der Unentgeltlichkeit enge Grenzen gesetzt. Dessen ist sich die Regierung bewusst. Wenn die Wirtschaft immer mehr in die Schulzimmer drängt und die Bildungsverantwortlichen überzeugen kann, dass die Digitalisierung, die Bildungsreform ist, dann haben die Bildungsverantwortlichen auch die Kosten dafür zu sprechen!

«Für die Zukunft der betroffenen Jugendlichen ist es zunehmend wichtig, dass sie sich auch im eigenverantwortlichen Umgang mit persönlichen Computern üben» -ja, das ist so! Das müssen sie auch mit fremdem Eigentum lernen! Diese Aussage an das  Kostenbewusstsein zu koppeln, ist nicht wirklich eine nachvollziehbare  Begründung! Damit rechtfertigt sich der Regierungsrat auf einfache Art und Weise die anfallenden Kosten auf die Eltern abwälzen zu  können. Dabei geht es auch um die Frage: Wer gibt die Ziele vor und wer hat die Kosten dafür zu berappen? Wenn die Bildungsverantwortlichen die Informatik im Lehrplan 21 so stark gewichten, dann müssen sie sich der Folgekosten ebenfalls bewusst sein.

Mit dem billigen Hinweis, dass eine frühzeitige Kommunikation den Eltern die finanzielle Planung der geforderten Geräte ermögliche, fehlt uns die absolute Glaubwürdigkeit gegenüber der Regierung. Den Eltern bleibt bei dieser Logik nur die Wahl für ihre Jugendlichen: nämlich an der Kantonsschule zu bezahlen oder die Sekundarschule zu wählen. Wird die Kantonsschule Zug nur noch für die reiche Elite bereitgestellt und dies mit Steuergelder?

Das definitive BYOD-Konzept der Kantonsschule Zug ist erst in der Ausarbeitung. Es ist nicht geklärt wie der technische Support aussieht bei Problemen mit den Geräten während dem Unterricht. Technische Probleme mit den buntgemischten Geräten werden unweigerlich zu Beeinträchtigungen des Unterrichts führen. Die happigen Einsparungen im IT-Bereich an der Kantonsschule könnten schon bald wieder im Budget als finanziellen Aufwand gefordert werden!

Die Kantonsschule Menzingen startet erst nach dem Untergymnasium mit BYOD, auch mit dem Hinweis auf die Kosten, welche den betroffenen Eltern entstehen würden. Allerdings beginnen sie ab der 3. Klasse, d.h. es ist das 9. obligatorische Schuljahr.

Die Kritik um BYOD geht ausschliesslich um die obligatorische Schulzeit! Dass weiterführende Schulen bzw. Berufslehre sich spezifisch auf die Informatik fokussieren, ist unbestritten und fällt nicht in diesen Schutzbereich.

Chancengleichheit im 21. Jahrhundert sieht definitiv anders aus. In welchem Jahrhundert ist wohl die Direktion für Bildung und Kultur stecken geblieben?

Für die Alternative – die Grünen Zug
Rita Hofer