Die Berufsausbildung im Pflegesektor ist seit einigen Jahren in grossem Wandel begriffen. Kaum haben die Berufsdiplome DN I und DN II Fuss gefasst, wird durch das neue Berufsbildungsgesetz die Überführung der Gesundheitsberufe in die Zuständigkeit des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) in Angriff genommen, was mit einem kompletten Umbau der bisherigen Pflegeausbildungen einhergeht. Für Jugendliche ab 16 Jahren wird neu die Berufslehre Fachangestellte/r Gesundheit (FAGE) auf Bundesebene, so auch im Kanton Zug eingeführt. Die bisherigen Diplomniveaus sind neu auf der Tertiärstufe in Höheren Fachschulen (HF) angesiedelt. Der grundsätzliche Auftrag der HF ist die Bereitstellung von quali¬fizierten Pflegepersonen, insbesonders für anspruchsvolle Fach- und/oder Führungs¬aufgaben.
 
Die Zentralschweizer Kantone haben sich auf 3 Kompetenzzentren geeinigt, welche administrativ unter dem Dach der „Höheren Fachschule Gesundheit Zentralschweiz“ (HFGZ) zusammengeführt sind. Dem Kanton Zug fiel das Kompetenzzentrum ACB (Alte Menschen, Chronischkranke und Behinderte) zu. Der genannte Schwer¬punkt ist an der bisherigen Zuger Schule für Gesundheits- und Krankenpflege vorgesehen. Die bestehende Träger¬schafts¬¬vereinbarung, welche die Zusammen¬arbeit der drei Kompetenzzentren provisorisch auf der Basis einer Verwaltungs¬vereinbarung regelt, soll 2007 in eine definitive Form überführt werden.
 
Der letzte Ausbildungskurs für Pflegefachfrauen DN II nach bisherigem Recht an der Zuger Schule für Gesundheits- und Krankenpflege wurde im Mai 2006 gestartet und läuft Ende 2010 aus. Nachdem der geplante Beginn des HF Lehrganges mit Schwerpunkt ACB in Zug bereits zweimal mangels genügender Kandidaten und Kandidatinnen verschoben werden musste, droht nun eine erneute Aufschiebung. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die bestehende Interkantonale Schule für Pflegeberufe Baar (ISP) auf Ende Jahr 2008 ihren Betrieb einstellen wird.
 
Es stellen sich zum geplanten Kompetenzzentrum ACB mit HF-Niveau folgende Fragen:
 
Stimmt der Regierungsrat der Meinung zu, dass in Zukunft der Bedarf an Pflege im ACB-Bereich nicht alleine mit Absolventen und Absolventinnen der FAGE-Lehre abgedeckt werden kann?
 
Wie hoch schätzt der Regierungsrat mittelfristig den Bedarf an Pflege¬personen mit einer HF-Ausbildung im Bereich der Langzeitpflege ein? Gibt es diesbezüglich Schätzungen für die Heime im Kanton Zug? Gibt es diesbezüglich Schätzungen auf eidgenössischer Ebene, die auf die gesamte Zentralschweiz angewendet werden können?
 
Stimmt es, dass in der Höheren Fachschule in Luzern eine Ausbildung für ACB-Fachleute durchgeführt wird, obwohl dies ursprünglich nicht geplant war bzw. für die Zuger Schule geplant war?
 
Wo sieht der Regierungsrat den Grund für das anscheinend mangelnde Interesse für eine HF-Ausbildung in Zug im Bereich ACB?
 
Ist der Regierungsrat bereit, sich dafür zu engagieren, dass die jetzige Zuger Schule für Gesundheits- und Krankenpflege auch in Zukunft in einem Ausbildungs¬verbund mit der Luzerner HF eine Rolle spielen kann?
 
 
 
Mitunterzeichner/innen:
 
Monika Barmet, Menzingen
Anna Lustenberger- Seitz, Baar
Vroni Straub-Müller, Zug
Eusebius Spescha, Zug
Regula Töndury, Zug