Vor zwei Jahren haben die Grünen Risch-Rotkreuz eine Interpellation zum geplanten Verkehrskonzept zuhanden der Gemeindeversammlung vom November 2015 eingereicht. Es wurde die Erarbeitung eines Gesamtverkehrs-Konzeptes innert zwei Jahren in Aussicht gestellt, welches auch den Langsamverkehr sprich Fuss- und Veloverkehr beinhalten soll.

In der Beantwortung der Interpellation hat der Gemeinderat damals auf das noch ausstehende kantonale Verkehrskonzept und den Planungs-Wettbewerb der Geleiseüberführung Bahnhof Ost hingewiesen. Mit Bedauern nehmen die Grünen Risch-Rotkreuz zur Kenntnis, dass der Gemeinderat in der Interpellations-Beantwortung der Querung Ost, also der geplanten Überführung, nur eine untergeordnete Rolle zumisst und sie nicht massgebend als verbindendes Element zwischen den beiden Dorfteilen Süd und Nord betrachtet. Zwischenzeitlich wurde das Projekt für die Querung der Geleise ausgewählt und zur Abstimmung gebracht. Auch wurden einige Denkanstösse zum Verkehrskonzept durch die kantonalen Behörden publik gemacht. Die gemeindlichen Informationen an die Bevölkerung bezüglich Entwicklung des Verkehrskonzeptes sind jedoch spärlich. Eine damals in Aussicht gestellte Orientierungsversammlung scheint noch nicht in Planung zu sein.

Die Strategie des Gemeinderates 2017 bis 2019 sieht mit einer «Verbindenden Mobilität» ausserdem vor, neue Konzepte zur Verkehrslenkung und Verkehrsbewältigung zu unterstützen und das Potenzial des Fuss- und Veloverkehrs zusätzlich zu nutzen. Gerade im Bereiche des Langsamverkehrs wäre ein Einbezug der Bevölkerung sinnvoll; damit könnte das Verständnis für Bauvorhaben der zu planenden Fussgänger- und Velowegen geweckt oder erzeugt werden.

Die digitale Entwicklung hat auch bei der Mobilität Einzug gehalten. Car-Sharing und Bike-Sharing sind in grösseren Schweizer Städten angekommen. Der Trend geht in Richtung Multimobilität, das heisst der effizienten Nutzung aller zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel durch vernetzte Mobilitätsangebote.

Die Grünen Risch-Rotkreuz haben bezugnehmend auf die jüngsten Informationen und Entwicklungen folgende Fragen an den Gemeinderat:

  1. Die ist der Stand der Erarbeitung des Gesamtverkehrs-Konzeptes und wann ist eine Orientierungsversammlung für die Bevölkerung der Gemeinde Risch vorgesehen?
  2. Wird das gemeindliche Verkehrskonzept nach herkömmlichem Vorgehen erarbeitet oder ist ein Zuzug von Vertretern und Vertreterinnen der Bevölkerung aus der Gemeinde geplant?
  3. Ist eine Entflechtung zwischen Langsamverkehr und motorisiertem Individualverkehr wo immer möglich vorgesehen?
  4. Ist sich der Gemeinderat der zukünftigen Veränderungen im Bereich der «neuen» Mobiliät bewusst? Wie kann der Langsamverkehr, insbesondere der Veloverkehr, vernetzt, digitalisiert und durch bauliche Verbesserungen oder andere Massnahmen gezielt gefördert werden?
  5. Bezieht der Gemeinderat vernetzte Mobilitätsangebote in seine Überlegungen mit ein und wird er für die Benutzenden diese Möglichkeiten Raum einplanen z.B. Veloparkplätze und Mobilitiy-Parkplätze?
  6. Kann der Gemeinderat bereits etwas zur möglichen Investitionshöhe sagen? Wenn Ja …
    – Welche Investitionshöhe ist im Rahmen des Verkehrskonzeptes für die Förderung des Langsamverkehrs mittelfristig (bis 5 Jahre) und langfristig (10 bis 15 Jahre) vorgesehen?
    – Welche Investitionshöhe ist im Rahmen des Verkehrskonzeptes für die Förderung des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) mittelfristig (bis 5 Jahre) und langfristig (10 bis 15 Jahre) vorgesehen?
  7. Haben die kantonalen Sparmassnahmen einen Einfluss auf das gemeindliche Verkehrskonzept?

Herzlichen Dank für die Beantwortung an der Gemeindeversammlung vom 28. November 2017.

Heinz Widmer, Präsident Grüne Risch-Rotkreuz