Der Schweizer Souverän nahm am 23. September 2018 den Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege an. Der Kanton Zug stimmte der Vorlage mit einem Anteil von 73.40 % zu. Der Regierungsrat hat in seinen Legislaturzielen 2019 – 2026 den Aufbau des Programms «Stadtlandschaft = Velolandschaft» vorgesehen. Er fühlt sich somit der Förderung des Velos ebenfalls bereits verpflichtet.

Gemäss Richtplan des Kantons Zug sollen in den nächsten Jahren die Zahl der Arbeitsplätze und Einwohner im Kanton stark zunehmen. Somit ist auch mit einer Zunahme der Arbeitswege zu rechnen. Der Regierungsrat hat sich zum Ziel gesetzt, 2019 ein Mobilitätskonzept zu erarbeiten. Ziel einer Mobilitätsstrategie muss sein, durch einen möglichst geringen finanziellen, technischen und organisatorischen Aufwand den größtmöglichen Effekt für ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten zu erzielen. Dabei kommt dem Veloverkehr eine besondere Rolle zu: Mehr Menschen sollten animiert werden, das Velo für den täglichen Arbeitsweg zu nutzen. Zum einen gilt es, die Veloinfrastruktur zu verbessern, zum anderen können auch Arbeitgeber viel dafür tun, dass ihre MitarbeiterInnen das Velo für den Arbeitsweg nutzen. Die Vorteile für die Betriebe und die öffentliche Hand sind offensichtlich: Wer täglich mit dem Velo zur Arbeit fährt, beugt Krankheiten vor, deren häufige Ursache Bewegungsmangel ist. Dies ist für den Betrieb von besonderem Interesse, denn aktive MitarbeiterInnen sind seltener krank. Hinzu kommt, dass ein Engagement fürs Velo wenig kostet. Meist ist es sogar mit Kosteneinsparungen verbunden und bringt ein gutes Image für den Betrieb.

Aus den obigen Überlegungen ergeben sich folgende Fragen hinsichtlich Förderung des Velos für Arbeitswege:

Zum Thema Ausbau und Sicherheit von Veloverkehr:

  1. Welche Verbesserungen für den Veloverkehr mit schon beschlossenen Strassenbauprojekten (Kantonsrat, Regierungsrat oder Baudirektion) sind geplant? In welchem Zeitraum sollen diese umgesetzt werden?
  2. Wie sieht der Regierungsrat die Zukunft von aktuell bestehenden (gemischten Fussgänger- und) Radstreifen, dies insbesondere mit dem vermehrten Aufkommen von motorisierten Gefährten (E-Bikes, E-Trottis, Segways usw.), die auf diesen Streifen ebenfalls verkehren?
  3. Wie sehen die Unfallzahlen bei den Velofahrern in den letzten Jahren aus? Welche Entwicklungstendenz gibt’s über die Jahre?
  4. Wie werden Schwachstellen im Velonetz eruiert? Was hält die Regierung von partizipativer Beteiligung der Bevölkerung an der kontinuierlichen Verbesserung (z.B. via Bikeable)?

 

Zum Thema Velo und Berufs – und Schülerverkehr:

  1. Welchen konkreten Stellenwert wird das Velo im zukünftigen Mobilitätskonzept für das Zurücklegen von Arbeitswegen erhalten? Welches Konzept hat der Regierungsrat, um den Anteil des Veloverkehrs am Berufs – und Schülerverkehr zu erhöhen?
  2. Welche besonderen Schwachstellen im Velonetz des Kantons Zug sieht der Regierungsrat, die dem Pendeln mit dem Velo entgegenstehen? Wie möchte er diese Schwachstellen beseitigen (Massnahmen, Mittel, zeitlicher Horizont)?
  3. Wie möchte der Regierungsrat velofreundliche Betriebe unterstützen? Welche konkreten Massnahmen sind geplant (Fördermassnahmen / Rahmenbedingungen / Anreizsystem)? Wie fördert der Kanton Zug die Velonutzung seiner Arbeitnehmer/innen?
  4. Welche Massnahmen im Sinne der Velo- und Gesundheitsförderung sollten nach Meinung des Regierungsrats die Betriebe (ab einer bestimmten Grösse) ergreifen (z.B. Bereitstellen gedeckter Abstellplätze, Ladestationen für Elektrovelos, Verteuern von Parkplätzen für Nahpendler)?

Ivo Egger und Zari Dzaferi