Interpellation der ALG zum angeordneten Qualitätsabbau bei den Fächern Sport, Musik, Bildnerisches-  und Angewandtes Gestalten an den Kantonalen Mittel- und Berufsfachschulen

Zug ist der erste und einzige Kanton, welcher trotz des Anspruches auf beste Lehrpersonen an den Schulen bei den Fächern Sport, Bildnerisches Gestalten, Angewandtes Gestalten und Musik einen Qualitätsabbau anordnet. Im Rahmen des 1. Pakets des Entlastungsprogramms wurden Lehrpersonen dieser Fächer dazu verpflichtet, zwei zusätzliche Lektionen (Basis 100%- Anstellung) zu unterrichten. In der Vernehmlassung zur entsprechenden Verordnung wurde die geplante Pensenerhöhung deutlich abgelehnt, obwohl noch nicht einmal von einem Qualitätsabbau die Rede war. Die DBK spricht nun von einem eingeräumten und in Kauf genommenen Qualitätsabbau im Unterricht. Dadurch sollen die betroffenen Lehrpersonen die Mehrbelastung von zwei Lektionen pro Woche kompensieren können. Zitat: „Der Regierungsrat nimmt – aufgrund der verkürzten Vor- und Nachbereitungszeit- vereinfachten oder einfacheren Unterricht in Kauf“.

Dazu hat die ALG folgende Fragen:

  1. Weshalb war es keiner Schulleitung, keinem Personenkreis der Zuger Bildungslandschaft und keiner Partei möglich, sich zu diesem Qualitätsabbau zu äussern?
  2. Weshalb wurde das Pflichtpensum nicht bei allen kantonalen Lehrpersonen angehoben, um einen viel grösseren Spareffekt zu erzielen?
  3. Die DBK hat für alle Fächer ein kantonales Rahmenkonzept Qualitätsentwicklung QE für die Sekundarstufe II erstellt, welches keine Unterschiede bei Fächern vorsieht. Für die Qualität im Sportunterricht ist zudem gemäss Bundesgesetzgebung der Bund, nicht der Kanton zuständig. Gilt das kantonale Rahmenkonzept künftig für die Fächer Sport, Musik, Angewandtes Gestalten und Bildnerisches Gestalten nicht mehr? Werden diese Fächer nun von den Mitarbeitergesprächen (MAG) ausgenommen?
  4. Wie schätzt die DBK das Risiko ein, dass es künftig häufiger zu Unfällen im Sportunterricht kommt, weil Lehrpersonen Lektionen mit weniger Zeitaufwand vorbereiten müssen und es dadurch vermehrt zu Planungsfehlern kommt?
  5. Werden trotz des Auftrages, Schülerinnen und Schüler ganzheitlich auszubilden, in den genannten Fächern Nachteile für die Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus dem Kanton Zug in Kauf genommen? Zuger Schülerinnen und Schüler, welche ein Studium aus einem der Betroffenen Bereichen in Angriff nehmen, starten allenfalls mit schlechteren Karten; ist sich die DBK dieses Zusammenhangs bewusst?
  6. Welche Auffangmassnahmen gedenkt die DBK einzuleiten, sollten Betroffene Lehrpersonen ihre freiwilligen Angebote der Winterlager, welches dieses Jahr von über 500 Schülerinnen und Schülern genutzt wurden, künftig sistieren?
  7. Die Zeichen deuten darauf hin, dass sich die Kantonsfinanzen schneller als erwartet erholen werden. Wann wird der angeordnete Qualitätsabbau wieder rückgängig gemacht und die erhöhte Unterrichtsverpflichtung wieder aufgehoben?

Esther Haas
Fraktion Alternative  – die Grünen