Der SlowUp Sempachersee, welcher am 19. August 2007 stattfand, war ein riesiger Erfolg.  Es nahmen rund 35’000 Personen daran teil und diese kurvten mit Velos, Skates, in einzelnen Fällen auch mit fantasievoll gebastelten Vehikeln oder mit Wanderstöcken rund um den Sempachersee.
 
Aus der Sicht des Interpellanten sind aber nicht nur quantitative Aspekte massgebend: Es waren vor allem Familien, auch Jugendliche und ältere Personen unterwegs, und es war offensichtlich, dass der Anlass nicht die Spitzensportler, sondern breite Bevölkerungsschichten zur Teilnahme lockte. Dank dem langsamen Tempo und der rücksichtsvollen Fahrweise konnten auch Behinderte ohne Gefahr mit ihren Rollstühlen am SlowUp teilnehmen. Auch die Atmosphäre an einem SlowUp ist zu erwähnen: Trotz überlasteten Strassen und Staus durch Sempach und Sursee herrschte eine sehr zufriedene Stimmung den ganzen Tag hindurch. Viele Gaststätten hatten ihren Betrieb ins Freie ausgeweitet. Es gab viele Verkaufstände, z.B. von Milchproduzenten, eine Autogarage wurde gar erfolgreich zum Gastrobetrieb umfunktioniert….  Es war ein richtiges Volksfest.  Ähnliche Erfahrungen konnte der Interpellant 2001 und 2002 rund um den Murtensee machen.
 
SlowUp ist ein Konzept für einen Erlebnistag mit sanfter Mobilität, das gleichzeitig auch den lokalen Tourismus und die sportliche Betätigung fördert. Deshalb wird die Durchführung von SlowUP’s von der Stiftung Veloland Schweiz, von Schweiz Tourismus und der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz im Rahmen einer gemeinsamen Trägerschaft unterstützt. Seit 2000 wird die Idee propagiert und inzwischen finden bereits 14 SlowUP’s regelmässig in der Schweiz statt, mit durchschnittlich 30’000 Teilnehmenden. In der Regel sind es regionale Trägerschaften mit Vertretung der Gemeinde-behörden, des Tourismus, des Gewerbes und von interessierten Vereinen, welche ein SlowUp mit Unterstützung der nationalen Organisation durchführen.
 
Die Annahme, dass ein SlowUp im Kanton Zug auch grossen Anklang finden könnte, lässt sich von folgender Erfahrung ableiten: Am 10. Juni 2007 führte die Gemeinde Hünenberg ein "Sunday bike & skate" durch. Obwohl die Werbung vor allem lokal gemacht wurde und die Strassen nicht für den Verkehr gesperrt wurden, lockte der Anlass laut Schätzungen der Gemeindeverwaltung zwischen 300 und 500 Personen an. Dabei ist die Zielgruppe vergleichbar mit den Teilnehmenden an einem SlowUp.
Die Angebote wie Swiss-Inline-Cup (14.07.07) oder das Zuger Walking Event (19.08.07) oder die Monday Skate Night dagegen sind kein Ersatz für ein SlowUp, denn sie richten sich vor allem an sportlich ambitionierte Personen.
 
Auf diesem Hintergrund möchte ich dem Regierungsrat folgende Fragen stellen:
 
Erachtet der Regierungsrat ein so genanntes SlowUp rund um den Zugersee als technisch und organisatorisch machbar?
 
Welche Schwierigkeiten müssten vor allem gelöst werden, damit eine Durchführung erfolgreich verläuft?
 
Wenn der Regierungsrat ein SlowUp als machbar erachtet:
 
a) wie beurteilt er dieses Projekt aus der Sicht der Förderung des Tourismus, des Langsamverkehrs und der sportlichen Betätigung?
 
b) Welche Kreise und Institutionen (z.B. kantonale Baudirektion, Zuger Polizei, Tourismus Zug, Vertretung des Kantons Schwyz und der betroffenen Zuger Gemeinden, Vertretung des Langsamverkehrs) sollten in einem Organisationskomitee (OK) vertreten sein, um die Planung an die Hand zu nehmen und die Durchführung optimal sicher zu stellen?
 
c) Ist der Regierungsrat bereit, im OK oder in einem Patronatskomitee Einsitz zu nehmen?
 
d) Ist der Regierungsrat bereit, die Durchführung eines SlowUp’s ideell, infrastrukturmässig und mit einem Sponsorenbeitrag zu unterstützen?
 
Ich danke dem Regierungsrat für die Beantwortung meiner Fragen.