In seiner Antwort zur Interpellation der Alternativen Fraktion betreffend Kulturraumnot im Kanton Zug schrieb der Regierungsrat im Oktober 2008 erstens, dass er sehr bemüht sei, einer längerfristigen Lösung für den Betrieb der sanierungsbedürftigen Galvanik Hand zu bieten, zweitens betonte die Regierung, dass es ihr wichtig sei, mit Interessierten direkt ins Gespräch zu treten und in Verhandlungen kompromissfähige Lösungen zu finden und drittens äusserte sie ihre Bereitschaft die Zwischennutzung von leer stehenden Räumlichkeiten (z.B. das alte Kantonsspital) zu prüfen.
Rund ein Jahr später scheint nun, dass sich in diesen Belangen nur wenig verändert hat. Das Projekt Kantonsspital ist gescheitert und die Galvanik ist noch genauso sanierungsbedürftig wie vor einem Jahr. Es scheint, dass Jugendlichen und junge Erwachsenen immer weniger Freiräume zur Verfügung stehen. So ist auch im Zusammenhang mit dem geplanten Kunsthaus am See zu befürchten, dass der Basketballplatz bei der Schützenmatt weichen muss, falls das Bauvorhaben umgesetzt wird. Ob ein gleichwertiger Ersatz für diesen Sportplatz geleistet werden kann, steht bis dato in den Sternen.
Diese Entwicklungen beschäftigen viele Zugerinnen und Zuger und es macht sich langsam aber sicher Unmut breit. Aus verständlichen Gründen sind viele Personen enttäuscht von der Zuger Kulturpolitik. Gefordert wird unter anderem, dass sich der Kanton Zug um ein vielfältigeres Kulturangebot bemühen sollte, insbesondere um ein Angebot, dass auch subkulturellen Anlässen Raum bietet. Viele junge Zugerinnen und Zuger wünschen sich nicht nur „sterile“ Kulturräume, sondern Orte, die Freiraum bieten; Orte, an denen sie kreativ wirken können.
Innert kürzester Zeit sind auf Facebook mehr als 440 Leute der Gruppe „Mehr Kultur in Zug? (Projekt Kantonsspital ist gescheitert)“ beigetreten (auch die Interpellierenden sind Mitglieder dieser Gruppe). Dies zeigt, dass das Thema Kultur bewegt.
Vor diesem Hintergrund stellen wir dem Regierungsrat folgende Fragen:

  1. Welche Bemühungen zur Wiederherstellung des Betriebs der Galvanik wurden bisher von Seiten Kanton unternommen?
  2. Mit welchen Interessierten ist die Regierung in Kontakt getreten, um Fragen betreffend Kulturraum zu diskutieren? Welche Diskussionsergebnisse resp. Lösungen sind aus diesen Gesprächen entstanden?
  3. Ist der Regierungsrat gewillt, jungen Kulturschaffenden im Kanton Zug künftig Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und diese finanziell zu unterstützen?
  4. Falls ja: Wo sieht die Regierung konkrete Möglichkeiten zur Umsetzung? Welche Optionen werden derzeit geprüft?
  5. Inwiefern bietet der Kanton Zug gerade Jugendlichen Hilfestellungen bei der Suche nach geeigneten Kulturräumen?
    6) Wie gestaltet sich in Bezug auf diese Fragen die Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden? Welche Bemühungen seitens der Gemeinden sind dem Regierungsrat bekannt?