In Hünenberg, wie auch in vielen anderen Gemeinden und Städten der Schweiz ist der Mangel an preisgünstigen Wohnungen offensichtlich.

Das Problem ist in der Schweiz so breit und akut, dass das Bundesamt für Wohnungswesen des eidg. WBK-Departementes im November 2013 zu diesem Thema eine beachtenswerte Broschüre mit dem Titel "Preisgünstiger Wohnraum – Ein Baukasten für Städte und Gemeinden" herausgegeben hat. Sie will insbesondere den Gemeinden konkrete Hilfestellungen geben für eine gezielte Eigenaktivität zur Förderung des preisgünstigen Wohnungsbaus.
So werden eine Reihe von 10 Massnahmen (sogenannte Bausteine) in den drei Bereichen Planung, Finanzen, Kommunikation vorgeschlagen und beschrieben. Zu Recht wird erwähnt, dass die Situation der einzelnen Gemeinden in der Schweiz unterschiedlich ist und daher jede Gemeinde aus den vorgeschlagenen Massnahmen diejenigen wählen soll, die für die eigene Situation (vorhandene Rahmenbedingungen, eigene Ziele) am besten geeignet sind. Zudem werden Beispiele von Gemeinden analysiert, die sich erfolgreich in die Förderung des preisgünstigen Wohnungsbaus engagiert haben.
Das Problem des fehlenden Angebotes bei den preisgünstigen Wohnungen in Hünenberg hat der Gemeinderat grundsätzlich erkannt. So hat er in seinem Leitbild ("Ein Hü besser", Mai 2011) sich folgendes Ziel gesetzt: "Wir fördern preisgünstigen Wohnraum und generationendurchmischtes Wohnen". Zudem hat der Gemeinderat im September 2011 die breit zusammengesetzte Arbeitsgruppe Preisgünstiger Wohnungsbau eingesetzt, die am 18. September 2012 ihren Schlussbericht abgegeben hat. Darin wird u.a. erwähnt, dass eine breite Bevölkerungsschicht in der Gemeinde auf preisgünstige Wohnungen angewiesen wäre, ebenso, dass alle Altersgruppen berücksichtigt werden müssten. Allerdings ist, abgesehen vom erwähnten Schlussbericht der gemeindlichen Arbeitsgruppe, wenig bis nichts geschehen.
Daher stellen wir dem Gemeinderat folgende Fragen:

  • Ist die Zielsetzung im Leitbild des Gemeinderates immer noch aktuell? 
  • Hat der Gemeinderat vom erwähnten Bericht des Bundesamtes Kenntnis genommen? 
  • Wenn ja, welche der erwähnten Massnahmen sieht er als erfolgversprechend im Fall unserer Gemeinde? 
  • In welchem Zeithorizont will der Gemeinderat Ergebnisse betreffend seinem konkreten Engagement präsentieren? 
  • In der Gemeinde existiert seit 22 Jahren die Wohnbaugenossenschaft Bellevue, die seither erst ausserhalb der Gemeinde aktiv werden konnte. Steht der Gemeinderat in Kontakt mit ihr und will er sie unterstützen? 
  • Wie weit fortgeschritten sind die Verhandlungen mit den im Schlussbericht aufgeführten Grundbesitzern, insbesondere Korporation Hünenberg (Schlattwäldli), Kanton Zug (PP Zythus) Wie beurteilt der Gemeinderat die Eignung des gemeindlichen Land im Rony als Bauland für preisgünstigen Wohnbau?