In der Bundesverfassung ist die Gleichbehandlung aller Menschen in der Schweiz festgeschrieben. Trotzdem verdienen Frauen im Schnitt rund 20 Prozent weniger als gleichqualifizierte Männer. 7 Prozent davon sind komplett unbegründete Lohnunterschiede. Aus diesem Grund lancierte Bundesrat Alain Berset vergangenes Jahr eine freiwillige Charta zur Lohngleichstellung im öffentlichen Sektor. Diese Charta soll Gemeinden und Kantone dazu verpflichten, die Lohngleichheit statistisch zu ermitteln und entsprechende Massnahmen zur Gleichstellung von Mann und Frau einzuleiten.

Bis heute haben 12 Kantone, 25 Gemeinden sowie der Bund diese Charta unterzeichnet. Während andere Kantonsregierungen mit gutem Beispiel vorangehen hat der Zuger Regierungsrat leider kein Gehör in dieser Frage.

Die öffentliche Hand hat in der Förderung der Lohngleichheit eine Vorbildfunktion. Mit der Unterzeichnung der Charta bekräftigen Behörden, Lohngleichheit in ihrem Einflussbereich umzusetzen – als Arbeitgebende, bei Ausschreibungen im öffentlichen Beschaffungswesen oder als Subventionsorgane zugunsten von Unternehmen und Organisationen, welche die Lohngleichheit analog anwenden. Mit diesem Engagement würde die Gemeinde Risch ein positives Signal an öffentliche und private Arbeitgebende aussenden.

Die Grünen Risch-Rotkreuz stellen dem Gemeinderat dazu folgende Fragen:

  1. Ist der Gemeinderat von Risch-Rotkreuz bereit, die CHARTA des Bundes zur Lohngleichheit im öffentlichen Sektor zu unterzeichnen?
  2. Wurde auf Gemeindeebene bereits Lohnvergleiche durchgeführt? Falls ja, was waren die Resultate?
  3. Wie erklärt sich der Gemeinderat allfällige unerklärbare Lohnunterschiede?
  4. Was unternimmt der Gemeinderat für die Gleichstellung der Geschlechter innerhalb der Gemeinde?

Wir danken dem Gemeinderat für die Beantwortung der Fragen an der kommenden Gemeindeversammlung.

Für die Grünen Risch-Rotkreuz

Luzian Franzini, Konradin Franzini, Anna Bächler, Keerthdigan Ravinthiran, Basil Fuchs, Renato Hayoz, Benji Cliffe