Votum zur Vorlage „Einführung Sek I plus“ von Rita Hofer, Kantonsrätin; 29. Januar 2015

Sehr geehrter Herr Kantonsratspräsident
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen
 
Zuerst gebe ich meine Interessenbindung bekannt: Ich arbeite als Fachlehrperson auf der Oberstufe in Hünenberg und bin somit direkt involviert in diese Erneuerung der „Einführung Sek I plus“. Ich bin Mitglied der Arbeitsgruppe Unterrichtentwicklung in Hünenberg und habe dadurch direkten Kontakt mit der Arbeitsgruppe Sek I plus.
 
Bei der Neugestaltung werden die Anliegen aus  Gewerbe, Wirtschaft und Abnehmerschulen aufgenommen, die eine Optimierung der Vorbereitung auf die nachfolgende Ausbildung wünschen. Die kritischen Stimmen der Berufsbildner haben sich auf der politischen Ebene Gehör verschafft und mit der Einführung Sek I plus werden nun die Rahmenbedingungen geschaffen um gezielter auf die Berufswahl vorbereiten zu können. Die Motivation der Schüler und Schülerinnen noch hochhalten zu können, wenn diese ihre Lehrverträge in der Hand hatten, war oft auch für die Lehrpersonen eine Herausforderung. Das Projekt Sek I plus ist vielversprechend und wird auch von den Lehrpersonen begrüsst. Für die Jugendlichen wird der Anreiz grösser sein, wenn sie sich dadurch gezielter und spezifischer auf ihre gewählte Berufsausbildung vorbereiten können. Mit dieser Vorgabe machen wir die Jugendlichen nicht abschlussfähig am Ende der Volksschule, sondern anschlussfähig in die Berufswelt.
 
Ich kann ihnen versichern, dass in den Gemeinden engagiert an der Vorbereitung dieses Projektes gearbeitet wird.  Dass viele Fragen geklärt werden müssen, die sich auf die gemeindlichen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen fokussieren, nimmt einiges an Zeit in Anspruch. Dabei geht es nicht um die Einführung eines Lehrmittels, sondern um einen grösseren Umbau des 9. Schuljahres. In der gesamten Organisation muss auch die räumliche Situation geklärt werden, d.h. unter Umständen braucht es grössere oder kleinere Anpassungen innerhalb der Schulgebäude. Dass dies mit ordentlichen Verfahren verbunden sein wird, falls es nötig sein sollte, zeigt auch, dass dieses Vorgehen nicht im Eiltempo bewerkstelligt werden kann.  (Hünenberg kann z.B. erst nächstes Schuljahr 2016/17 beginnen, da sich das Oberstufen-Schulhaus gerade im Umbau befindet. In den Provisorien ist die Umsetzung des Projektes gar nicht möglich).
 
Die Lehrpersonen sind ebenfalls gefordert sich mit der Rolle als Lernbegleiter/-Berater auseinander zu setzen und sich nicht ausschliesslich als Wissensvermittler zu verstehen. Sie stehen dem Projekt sehr positiv gegenüber und schätzen die gute Zusammenarbeit mit der DBK. Dass der zeitliche Aspekt seitens der Regierung genügend berücksichtigt wurde, gibt dem Projekt auch die   Chance einer seriösen und professionellen Umsetzung. Ein wichtiger Faktor der Gelingensbedingung ist die Zeit!
 
Würden Sie dem Postulat zustimmen, gefährden sie mit der kontraproduktiven Eile die qualitative Umsetzung und letztlich die beabsichtigten Verbesserungen. Viel Aufwand und null Ertrag wäre das Resultat. Ich bin überzeugt, dass das Gewerbe, die weiterführenden Schulen und vor allem die auszubildenden Jugendlichen von dieser umsichtigen Vorgehensweise profitieren werden. Darum belassen sie den heutigen zwischen Gemeinden und Kanton ausgehandelten Fahrplan und geben sie die nötige Zeit für eine wirkungsorientierte Umsetzung.
 
Die Fraktion Alternative die Grünen unterstützt die Haltung der Regierung und empfiehlt das Postulat als nicht erheblich zu erklären.
 
 
Rita Hofer, Kantonsrätin Hünenberg