Die zwei grössten Probleme, die sich den Zugerinnen und Zugern stellen, sind die Klimaerwärmung und die Wohnungsnot. Deren Lösung oder zumindest Linderung wird die Politik der Alternativen im neuen Jahr prägen.

Die Klimaerwärmung ist die grösste existenzielle Herausforderung für die Menschheit und damit auch das Zugerland. Wir Alternativen setzen uns dafür ein, dass das Energiesparen und die Alternativenergien maximal und optimal gefördert werden. Die wichtigste aller Massnahmen aber ist es, ein weiteres Wachstum des motorisierten Individualverkehrs zu verhindern. Deshalb wird die Abstimmung über die Tangente Neufeld auch eine klimapolitische Bedeutung haben. Wer Strassen sät, wird Verkehr ernten und damit das Klima noch mehr erwärmen. Kommt dazu, dass auch dieses Projekt Geld und Land verschlingt, das unser Kanton für Dringenderes braucht. Wir Alternativen werden – möglichst gemeinsam mit SP, CSP, GLP und ökologisch denkenden Bürgerlichen sowie mit den Umweltorganisationen und dem Bauerverband – alles in unserer Kraft Stehende tun, um diese lebensfeindliche Vorlage zu bodigen.

Der Kanton Zug löst seine Verkehrsprobleme, indem er den öffentlichen Verkehr fördert, beispielsweise den zwischen Berg und Tal. Weiter gilt es, die Firmenflut, die den Pendlerverkehr und die Lebenskosten steigert sowie den Landverschleiss und die Wohnungsnot verschlimmert, zu bremsen. Damit wären wir beim grössten sozialen Problem in unserem Kanton, dem Mangel an preisgünstigen Wohnungen. Privilegierte Gesellschaften und vor allem reiche Neuzuzüger verdrängen immer mehr Zuger Familien aus dem Zugerland. Wenn wir verhindern wollen, dass Zug zu einem Monaco wird, müssen wir diese Fehlentwicklung stoppen. Das tun wir im neuen Jahr vor allem auf zwei Wegen: Erstens indem wir eine erneute Steuersenkungsrunde verhindern. Und zweitens indem wir den Bau von Wohnungen für normal und schwach verdienende Zuger Familien fördern.

Zur Steuersenkung: Die Steuerbelastung im Kanton Zug ist nach den jüngsten Steuersenkungen in den Jahren 2000 und 2006 noch halb so hoch wie im schweizerischen Durchschnitt. Im nächst folgenden Kanton Schwyz ist sie 30 Prozent höher. Den rechtsbürgerlichen Steuersenkern sei deshalb eine Aussage der neuen Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ins Stammbuch geschrieben: „Jeder Wettbewerb hat Grenzen. Es darf nicht sein, dass sich Kantone gegenseitig kannibalisieren. Wenn die Differenz zwischen den Steuersätzen zu gross wird, befürchte ich eine Auflösung des Zusammenhalts zwischen den Kantonen und in der Bevölkerung.“ Dazu kommt, dass von den 31 Millionen Franken Steuergeschenken mehr als 25 Millionen Franken an die reichen Vermögen und an Aktionäre gehen. Gleichzeitig planen die Rechtsbürgerlichen Einsparungen in der Höhe von 30 Millionen Franken, unter anderem beim Umweltschutz und bei der Verbilligung der Krankenkassenprämien. Um die Wohnungsnot zu lindern, werden wir unseren Plan, möglichst gemeinsam mit SP, CSP, Mieterverband und anderen sozialen Organisationen eine Volksinitiative zu lancieren, konkretisieren.

Zusätzlich zu den kommunalen und kantonalen Anliegen engagieren wir uns für gesamtschweizerische und weltweite. Ein Initiativ-Beispiel möchte ich besonders hervorheben: Für den Schutz vor Waffengewalt, für den wir im Kanton Zug in drei Monaten 2500 Unterschriften gesammelt haben, werden wir auch im neuen Jahr weiter sammeln. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein menschliches und sicheres 2008.

Josef Lang, Nationalrat und Präsident Alternative Kanton Zug