Ausblick aufs 2014 von Jolanda Spiess-Hegglin, Co-Präsidentin Alternative – die Grünen Kanton Zug

Das neue Jahr hat begonnen, es ist ein Wahljahr. Aber ich verschone Sie davor, jetzt mit der grossen Kelle anzurühren mit Pauken und Trompeten das Wahljahr einzuläuten und Versprechen abzugeben. Ich versuche, Zugs Politik zu analysieren, welche nicht mehr im Gleichgewicht ist. 
 

Zug boomt, noch immer. Ungebremst. Obwohl es dazu zumindest eine Regierungsrätliche Stellungnahme gibt. Man wolle das Wachstum nicht weiter vorantreiben, da Zug nicht ewig Kapazitäten hat. Leider merkt man von dieser klugen Feststellung in der Umsetzung wenig. Es wird weitergebaut und -verbaut, als gäbe es kein Morgen. Um diese Realität zu sehen, genügt ein Spaziergang entlang der Zuger Stadtgrenze zu Baar. Offensichtlich findet die Einsicht des Regierungsrats, Zugs Wachstum bremsen zu wollen, nur auf dem Papier statt. 
 
Die soziale Verdrängung
Die Folgen dieses ungebremsten Wachstums und damit des Steuerdumpings sind Ihnen bestimmt bekannt: die Mieten sind in die Höhe geschossen und sind für den Durchschnittszuger oft nicht mehr bezahlbar. Die soziale Verdrängung ist längst Tatsache. Man merkt dies auf der Strasse, in den Schulen, auf den Spielplätzen. Wir Alternativen – die Grünen sehen die Probleme aber nicht bei den Anderen, wie es die SVP mit ihrer Fremdenfeindlichkeitsinitiative macht. Das Problem sind nicht die Zuwanderer. Das Problem liegt bei uns, in unserer bürgerlichen Lockvogel-Politik. 
 
Heimat?
Der zunehmende Identitätsverlust macht nicht nur mir Sorgen. Wir klammern uns an unsere wenigen Brauchtümer, den Stierenmarkt oder wollen eine künstlich aus dem Boden gestampfte Schwingfestarena im Herti. Gleichzeitig merken wir langsam, wie uns das Zug unserer Kindheit abhanden kommt. Geschichtsträchtige Häuserzeilen oder einzelne schützenswerte Gebäude werden abgerissen und machen der Rendite weniger Unternehmen Platz. Die bürgerliche Politik macht es sogar möglich, dass unsere letzten Zuger Perlen verbaut werden können. Eine sehr finanzkräftige bürgerliche Propaganda ebnete den Weg, um das Salesianum zu verbauen. Das Gericht hat die Notbremse gezogen. Es ist noch nicht lange her, da sollte die Guggiwiese in der Stadt Zug verbaut werden. Dank dem Einsatz linker Kräfte können wir das Guggi weiterhin als Aussichtspunkt besuchen. Und sind sie schon über das nächste Projekt informiert? Der geschichtsträchtige Zurlaubenhof (sie kennen die Geschichte von Fidel Zurlauben / dem Schwarzen Schuhmacher?) soll mit Mietwohnungen bestückt werden. Natürlich werden wir uns gegen dieses Vorhaben wehren. 
 
Ungleichgewicht in der Regierung und in Bern

Der Kanton Zug wird von 6 bürgerlichen Männern und 1 linken Frau regiert. Dies ist nicht nur ein bisschen unausgewogen, es ist völlig einseitig. Und dass auf 7 Regierungsratsmitglieder nur 1 Frau fällt, ist dem fortschrittlichen Zug nicht würdig. Noch einseitiger ist die Zusammensetzung im Nationalrat. Man muss nicht einmal links denken um herauszufinden, dass drei am rechten Rand ihrer bürgerlichen Parteien politisierende Nationalräte nicht gut sind für Zug. Übrigens war noch nie eine Frau für den Kanton Zug in Bern. 
 
GGR-Kurzsichtigkeit in der Stadt Zug
Die bürgerliche Politik schmerzt vor allem in der Stadt Zug. Vermögende werden mit tiefen Steuern angelockt, gleichzeitig werden Durchschnittszuger und Familien zur Kasse gebeten. Das Streichen des Schüler-Buspasses konnten wir vermeiden. Doch die Liste der Sparmassnahmen auf Kosten der Stadtzuger Familien und Wenigverdienenden ist leider lang. Die bürgerliche Mehrheit im Grossen Gemeinderat macht grösstenteils Politik für sich selbst. 
 
Sie haben es in der Hand!
Wenn Sie die Wende wollen, haben Sie es in der Hand. Hören sie bei der bürgerlichen Wahlpropaganda genau hin und fragen Sie sich, wie realistisch diese Versprechen sind. Eine Politik, bei welcher einzelne Personengruppen besonders profitieren, kann nicht im Sinne der Allgemeinheit sein.
 
Im Namen der Alternativen – die Grünen des Kantons Zug wünsche ich Ihnen ein spannendes Jahr 2014!