Zu Beginn des letzten Jahres schwelgten wir immer noch ein wenig in der Freude über das deutlich abgelehnte Zuger Sparpaket, das für viele Zugerinnen und Zuger einen massiv negativen Einfluss auf die Lebensqualität gehabt hätte. Wir Alternativ-Grünen haben uns von Anfang an in der Allianz für ein lebenswertes Zug engagiert und konnten eine tragende Rolle einnehmen. Im Februar wurde dann auf Bundesebene erfreulicherweise die Energiestrategie 2050 angenommen und – oh Wunder, auch im März konnten wir noch warm duschen.

Dem fortschreitenden Klimawandel kann nur entscheidend entgegengewirkt werden, Liebes Mitglied Liebe Sympathisantin, lieber Sympathisant wenn die internationale Staatengemeinschaft am selben Strick zieht. Die Umsetzung von Massnahmen geschieht jedoch schlussendlich auf nationaler, kantonaler und lokaler Ebene. Mit der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens hat die Welt einen wichtigen Schritt getan. Durch die Annahme der Energiestrategie 2050 hat die Schweizer Bevölkerung diesen Steilpass aufgenommen und die Weichen für eine nachhaltige Zukunft gestellt. Dies auch Dank den vielen vorhergegangenen Kampagnen unserer sozialistischen und ökologischen Bewegung. Sehr erfreulich war im Frühjahr 2017 zudem die Einführung der erleichterten Einbürgerung für Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation. Menschen, die hier wohnhaft sind und hier ihren beruflichen wie privaten Alltag bestreiten, müssen bei politischen Entscheiden mitbestimmen können. Das Schweizer Einbürgerungsgesetz, eines der strengsten der Welt, macht dies nicht einfach. Mit der erleichterten Einbürgerung der dritten Generation wurden unnötige Hürden zumindest teilweise abgebaut. Stimmbevölkerung setzt Zeichen Mit der Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III hat die Stimmbevölkerung ein deutliches Zeichen gegen weitere Steuersenkungen auf Unternehmensgewinne gesetzt. Von dieser Reform hätten wiederum hauptsächlich die grossen multinationalen Konzerne profitiert. Es liegt nun am Bund, eine neue ausgewogenere Vorlage zur Abstimmung zu bringen. Durch die Ablehnung der AHV-Reform bleiben die Herausforderungen der Altersvorsorge ungelöst. Eine Erhöhung des Rentenalters kam für die Schweizerinnen und Schweizer nicht in Frage, weshalb auch hier die nationale Politik gut beraten ist, gemeinsam eine nachhaltige Reform anzustossen. Wirtschaftliche Ungleichheit im Zentrum der Weltpolitik Auf der ganzen Welt standen 2017 die Fragen der wirtschaftlichen Ungleichheit im Zentrum politischer Diskussionen. Dies gipfelte im Herbst in den Enthüllungen der Paradise Papers. Einmal mehr wurde uns vor Augen geführt, wie das heutige Wirtschaftssystem funktioniert. Internationale Konzerne nutzen jegliche dubiosen Steuerschlupflöcher aus, um ihre Gewinne am Fiskus vorbeizuschleusen.

Von den steigenden Gewinnen profitieren nicht die Arbeitnehmenden oder die Allgemeinheit, sondern die bereits meist sehr vermögenden Aktionäre. Namhafte Personen aus Politik und Wirtschaft tauchten in den Paradise Papers auf. Die Bereicherung dieser elitären Gruppe ist ein Hohn auf alle hart arbeitenden Menschen weltweit, welche sich mit ihrem Lohn manchmal nicht oder gerade knapp über Wasser halten können. Auch in der Schweiz ist die Armut in den letzten Jahren gestiegen. Eine andere Welt ist möglich Dass mit dem heutigen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem vor allem einige Wenige profitieren und der Rechtsnationalismus erneut erstarken konnte, stimmt mich nachdenklich. Die alternative Bewegung in der Schweiz – aber auch weltweit – hatte (und hat immer noch) Ideen und Konzepte, wie dieses untragbare System durch ein menschliches und ökologisches Wirtschaften und Zusammenleben abgelöst werden könnte.

Dabei ist die Demokratisierung der Wirtschaft nur ein Eckpfeiler von vielen. Wir als Bewegung müssen es schaffen, unsere Ideen und Träume von einer anderen Welt in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Wenn ich an fast tägliche Skandale und an Enthüllungen wie jene der Paradise Papers denke, dann erstaunt es mich immer wieder, wie kurz die allgemeine Empörung jeweils ausfällt. Wir müssen das Ändern ändern: Mit Leidenschaft und klugen Kampagnen für die Veränderung kämpfen – in den Parlamenten und auf der Strasse. Ich habe keine Zweifel, dass wir dazu gut aufgestellt sind. Denn 2017 war auch das Jahr der ersten Vorbereitungen für die kantonalen und kommunalen Wahlen im Oktober 2018. Im Rahmen meiner Präsidiumstätigkeit konnte ich mit vielen Personen innerhalb und ausserhalb der Partei die verschiedensten Gespräche führen. Diese Gespräche, das neue Aufleben unserer Aktivitäten und der solide Mitgliederzuwachs stimmen mich äusserst zuversichtlich, dass wir gemeinsam ein positives Ergebnis an der Urne erzielen und damit einen weiteren Grundstein für grosse Veränderungen setzen können.

¡Venceremos!

Andi Lustenberger Präsident Alternative – die Grünen Zug